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Gast-Chefredakteur Sascha Lobo: Papier ist „unbekannte Welt“

Koblenz/Berlin - Er ist Autor und will der Welt erklären, „wie das Internet und die Kohlenstoffwelt miteinander agieren können“. Sascha Lobo wird am 18. Mai der zweite Chefredakteur für einen Tag bei der Rhein-Zeitung sein.

„Ich glaube, es wird die Rhein-Zeitung bleiben“, sagt er im Videointerview, das unsere Zeitung vorab in Berlin mit ihm geführt hat. „Papier, unbekannte Welt“, war sein erster Gedanke, als das Angebot kam, so der 34-Jährige. Sein Verhältnis zum Papier steht aber auf einem anderen Blatt: Die Onlinewelt finanziert sich schließlich im Journalismus noch nicht selbst, sagt er: „Textjournalismus in Deutschland wird zu 90 Prozent von gedruckten Zeitungen und gedruckten Magazinen finanziert.“

Mit dem iPad und der neuen Generation solcher Geräte wird sich das ändern: glaubt er: Er erwartet, dass das „sinnliche Erlebnis“ im Umgang durch Pads viele Menschen für das Internet begeistern wird, denen ein Computer zu kompliziert ist.

Im Interview verrät er auch, warum er auf seinem iPad ein Foto des nordkoreanischen Diktators Kim Jong-il als Hintergrundbild hat und präsentiert sich als Verfechter von Bezahlinhalten im Internet: „Ich glaube allerdings, dass die Bedingungen, wie Inhalt verkauft werden kann, ganz neu definiert werden müssen“, so Lobo im Interview. Nötig für den Erfolg von Paid Content sei eine Mischung verschiedener Konzepte. Die beiden wichtigsten Punkte dabei für ihn: Einfachheit und gutes Design.

Den Reigen der Gast-Chefredakteure hatte im März der Trierer Bischof Stephan Ackermann eröffnet, die Reihe soll in loser Folge mit spannenden Menschen aus verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens fortgesetzt werden.

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