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"Gefällt mir" nun auch bei Facebook-Alternative Diaspora - 17-Jährige Deutsche gehören zu Kernentwicklern

Daten von mehr als 8000 Nutzern

Mehr als 8000 Nutzer haben ihre Daten auf dem Pod "Geraspora", das damit das größte Diaspora-Zuhause in Deutschland ist. Der Grundgedanke ist eigentlich, dass möglichst viele Nutzer ihren eigenen Server aufsetzen - doch das ist nicht so einfach; und bei den Dreien ist es unkompliziert, eine Einladung ist auch bei ihnen anders als etwa beim eigentlichen JoinDiaspora-Server nicht nötig. Die Schattenseite: Ende März hatten sie technische Probleme und entschuldigten sich in ihrem Blog, dass Nutzerdaten vom Wiki und vom Forum verloren gingen. Backupspace ist teuer.

Kosten übersteigen Spenden

Und von überreicher Unterstützung wie Salzberg können die Drei nur träumen. Trotz Flattr-Button und PayPal-Möglichkeit legen sie Monat für Monat drauf. Etwa 20, 25 Euro seien in den vergangenen Monaten jeweils reingekommen, 70, 80 Euro kostet sie der Server im Monat. "Ich habe ja ein Azubi-Gehalt, das geht", sagt Dennis Schubert.

Wenn Facebook daran arbeitet, wie noch mehr über die Nutzer und deren Vorlieben in Erfahrung zu bringen ist, dann bringen die Entwickler von Diaspora über Feedback-Programme in Erfahrung, welche Vorlieben die Nutzer für das Netzwerk haben: Über die Programme UserVoice und GetSatisfaction gehen Wünsche zur Umsetzung ein, die dort auch bewertet werden können. Die Liste ist lang, die Entwickler stimmen sich ab, wer sich an was macht.

Aus dem Kreis der Nutzer kam auch der Wunsch nach der "Gefällt mir"-Funktion. Ist jetzt umgesetzt, offenbar unter Mitwirkung auch eines Deutschen, MrZYX. Und auch nach "Gefällt mir nicht". Das wurde aber vorerst wieder deaktiviert.

Die Entwickler gehen Kompromisse ein. Ein Zugeständnis ist auch die Schnittstelle zu dem Netzwerk, zu dem Diaspora doch eine Alternative sein will. Updates können an Facebook übergeben werden. Ein Zugeständnis daran, dass viele Nutzer ihre Brücken nicht abbrechen wollen zu denen, die den Sprung noch nicht gewagt haben. Auch zu Twitter kann kommuniziert werden.

Plattform für Medienpädogen im Land?

Als die Drei den Stand des Projekts bei einem Workshop des Instituts für Medienpädagogik und Medientechnik in Mainz vorstellten, war Begeisterung die Reaktion. Das Institut beim Landesfilmdienst verantwortet etwa auch jugend.rlp.de, die Informationsplattform zum Thema Jugend in Rheinland-Pfalz. Und Inistitutsleiter Albert Treber sieht darin bereits "ein professionelles Werkzeug für unsere Anforderungen an Kommunikation. Wir werden schauen, dass wir es nutzbar für Rheinland-Pfalz." Zum einen könnte Diaspora als Plattform zwischen den Menschen dienen, die in der Jugendarbeit in Rheinland-Pfalz tätig sind. Zum anderen: Die Medienpädagogen in der Fläche werben bei "ihren" Jugendlichen dafür. Treber ist optimistisch: "Das wird was."

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