Vor Rammstein kam der große Regen - Krachendes Finale
Die Tanzfläche hat zuvor schon Gentleman eröffnet. Der Kölner Ehren-Jamaikaner und seine formidable Far-East-Band lieferten den passenden Soundtrack zum Sommerwetter. Dynamischer Feten-Reggae gegen den Festivalblues, das machte die müden Glieder der ausdauernden Ringrocker locker.
Der Sonntag: Sonne gegen Regen
Tag vier am Ring: Ermüdungserscheinungen? Keine! Der Schock des sinnflutartigen Regens am Mittag? Überwunden! Wer doch schwächelte, den rockten die Donots wach und trocken. Die energiegeladene Show auf der Alternastage mit Sitz-Happening, Bad in und Marsch auf der Menge hätte die ganz große Bühne verdient.
Dass auch während des Auftritts von Bullet For My Valentine die Sonne schien, ließen die brutal-brachialen Töne nicht erahnen. Mehr als rustikal ging es auch vor der Bühne zu. Wer entspannt in der Sonne trocknen wollte, kam vom Regen in die Traufe.
Solche eiskalte Schauer jagten Cypress Hill den auf Rammstein wartenden Ringrockern nicht eben über den Rücken, doch spätestens beim Megahit „Insane In The Brain“ von 1993 war das Klima heiter und nicht mehr wolkig. Brachial-Hip-Hop, beschleunigt von klassischer Plattenteller-DJ-Kunst, zwei schwere Fatzos an der Front: ein musikalischer Platzregen.
So aggressiv wie saurer Regen, so dicht wie ein Monsun: Rise Against aus Chicago enterten die Bühne im Laufschritt und wurden immer noch schneller. Dass wieder dicke Tropfen fielen, störte längst keinen mehr.
Sich regen bringt ja auch Segen, dachten sich die US-Punker von Bad Religion aus dem Sonnenstaat Kalifornien und verlangten mit ihrem Set aus aus alten Hits und neuen Nummern dem Publikum konditionell alles ab. Die Band startete am Ring ihre Tour zum 30-jährigen Bestehen – und Sänger Greg Graffin meinte passend: „25 Jahre ,Rock am Ring‘, das sind nur fünf weniger als Bad Religion. Und eins sag ich euch: Es wird immer besser.“









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