Lüpertz lässt Koblenzer St. Martin vom Pferd absteigen
Nach der Einsegnung des Fensters durch die beiden Geistlichen und Krankenhauspfarrer Volker Wimmer und dessen katholischen Kollegen Martin Saurbier beglückwünschte auch der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters das Stiftungsklinikum zu dem neuen Kunstwerk. „Nomen est Omen“, erklärte Peters. Der Name und auch das Glasbildnis des heiligen Martin seien hier Zeichen für das, was auch im Inneren des Krankenhauses geschehe, nämlich dass Patienten in christlichem Vertrauen auf Hilfe hoffen.
Dafür stehe das Bildnis des heiligen Martin, der seinen Mantel mit dem Bettler teilt. Diesem, so hatte Lüpertz in seiner Beschreibung des Kunstwerks gesagt, begegnet der Kapellenbesucher in Koblenz nun sehr direkt, ob des gewaltigen Ausmaßes und und der bis zum Boden reichenden Größe des Glasfensters. Dass Lüpertz trotz dieser Dimension auf ein Pferd, auf dem der Heilige ansonsten gern dargestellt wird, verzichtet hat, hat indes seinen Grund. „Ich wollte, dass er vom Pferd absteigt, dass er zu dem Bettler hinuntersteigt und ihm dort den Mantel überreicht. Das ist einfach fairer“, erklärte Lüpertz. Die Umsetzung des Motivs beschreibt Lüpertz selbst als „formal und ornamental“. Zentral hat er den Heiligen Martin gesetzt, umrandet von hinwegwehenden Schneeflocken und Eiskristallen, die den bitterkalten Wintertag lebendig werden lassen, an dem der römische Soldat der Legende nach einst seinen Umhang mit dem Bettler geteilt haben soll.
Annette Hoppen








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