Sakristei birgt mehr als Weihrauch
Für viele Menschen bleibt eine Sakristei verschlossen. Dennoch ist sie ein Ort, in dem es lebhaft zugehen kann. Unsere Zeitung ließ sich von Pfarrer Josef Mettel die Tür zur Sakristei der katholischen Pfarrkirche in Waldbreitbach öffnen.
Waldbreitbach - Weihrauchduft kriecht einem in die Nase, wenn Pfarrer Josef Mettel die Tür zur Sakristei öffnet. Einem Schwalbennest gleich sitzt dieser für den Kirchenalltag wichtige Raum (der eigentlich aus zwei Räumen besteht) an der katholischen Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. „Die Sakristei ist nachträglich angebaut worden. Früher hat sich der Priester noch an einer kleinen Anrichte hinter dem Altar umgezogen“, erklärt Mettel.
Der Waldbreitbacher Seelsorger zieht den Schlüssel ab und tritt ein. Eine rote LCD-Anzeige samt Uhr an der Wand fällt als erstes in Auge. „Das ist die Elektronik, mit der wir die Kirchenglocken steuern können“, verrät Mettel. Gleich darunter hängt die „Schaltzentrale“ für die Kirchenbeleuchtung. Licht im Gotteshaus ist schließlich nicht nur wichtig, wenn zur Weihnachtszeit die Wurzelholzkrippe aufgebaut ist.
Ansonsten ist der kleinere Raum schlicht eingerichtet. Eine Spüle zum Händewaschen und Säubern der liturgischen Geräte, ein Schränkchen, in dem sich die verschiedenen Sorten Weihrauch befinden, ein Ständer für die Weihrauchfässchen, eine Musikanlage und eine Reihe Schranktüren, an denen unter anderem der Dienstplan für die Messdiener klebt.
Interessanter wird es da schon im knapp 20 Quadratmeter großen Hauptraum. In der Mitte steht ein Tisch, den sonst Küsterin Hedi Buhr nutzt – etwa um Aufzeichnungen zu machen oder die Gottesdienste vor- und nachzubereiten. Jetzt stellt Pfarrer Mettel ein paar „Kostbarkeiten“ darauf, die er zuvor aus einem fast mannshohen grauen Tresor geholt hat. Darunter befindet sich neben Bechern und Kelchen auch die mehr als 100 Jahre alte Monstranz, die bei der Prozession an Fronleichnam durch die Straßen getragen wird.
Im Tresor steht auch Mettels eigener Kelch, den er zu seiner Priesterweihe von seiner Familie bekommen hat. Er ist in der Form eines jüdischen Trinkbechers gearbeitet. Sogar Heimaterde aus dem Bitburger Land ist eingebrannt. Das Gefäß besitzt für den Pfarrer einen hohen ideellen Wert. Er sagt: „Den eigenen Kelch verleiht kein Priester weiter.“

























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