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Print und Online – ein perfektes Paar

Von Christian Lindner

Christian Lindner
Chefredakteur Christian Lindner zum Rücktritt Horst Köhlers

Sascha Lobo? Der Internet-Star aus Berlin? Der Guru der World-Wide-Web-Kongresse? Die Inkarnation der unendlichen Weiten und neuen Figuren des Netzes? Der mit dem roten Irokesen-Kamm? Der soll für einen Tag mit uns Zeitung machen? In der ländlich geprägten Region Mittelrhein?

Um offen zu sein: Teile meiner Redaktion hielten es für eine – ich sag’s mal nett – kühne Idee, ausgerechnet diesen Internet-Evangelisten mit Metropolon-Prägung unser Blatt samt Online-Auftritt prägen zu lassen. Am Ende eines ebenso arbeitsreichen wie spannenden Tages aber sind wir alle uns näher gekommen: Unsere gesamte Redaktion arbeitete mit Lobo engagiert an den Seiten unserer Zeitung und unserer Internet-Site.

Was aber noch faszinierender war, was noch wichtiger ist: Sascha Lobo, für viele der digitale Mensch schlechthin, und unsere Redaktion, bei aller Aufgeschlossenheit für Internet und Web2.0, mit Herz und Verstand der analogen Welt verpflichtet, haben harmoniert. Und beide Welten haben sich gegenseitig bereichert.

Lobo hat uns alle sehr schnell dafür gewinnen können, eine der elementaren Arbeits- und Sortierweisen des Internets auf unser Zeitungmachen zu übertragen. Im Netz setzt sich durch, was interessant ist. Und interessant ist oft, was subjektiv ist. Lobos Theorie: Was ein Redakteur so interessant findet, dass er es unbedingt schreiben möchte, wird auch viele Leser interessieren. Und die Summe vieler auf diese Weise ausgewählter Themen ergibt eine besonders interessante Mischung.

Der Mann aus dem Internet hat uns so ermuntert, noch beherzter als sonst Schwerpunkte im Blatt zu setzen, uns keine Agenda von außen ohne Not aufdrängen zu lassen, mehr von vornherein in Bildern zu denken, subjektiven Stilformen mehr Platz zu geben, Leser und User noch mehr als sonst einzubinden, mehr zu kommunizieren.

Wir finden: Dieses Experiment ist gelungen. Es hat unser Denken, Planen, Arbeiten bereichert. Es hat unser Blatt und unseren Online-Auftritt belebt. Mehr noch: Der Tag mit Lobo hat gezeigt, dass die klassische und die neue Medienwelt durchaus zum beidseitigen Nutzen zu verbinden sind – wenn man nur offen ist und nicht in Schablonen denkt. Wir werden diesen Weg fortsetzen. Mit Ihnen und für Sie.

 

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4,4 (7 Stimmen)

Leserkommentare (2)

1
von Nannuk vom 19.05 - 09:13 Uhr
Print trifft WEB2.0 am Beispiel Sascha Lobo. Genial gemacht. Hat die Rheinzeitung wieder ein Stück nach vorn gebracht. Weiter so und ihr bleibt für ...

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