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  • Kuriose Kobolde grinsen am Wegesrand

    Waldalgesheim. Ein familienfreundlicher Waldspaziergang, bei dem sich das Auge nicht sattsehen kann, bei dem es etwas zu schmunzeln gibt, bei dem es auch Kindern garantiert nicht langweilig wird - das ist die Tour durch die Steckeschlääferklamm im Binger Wald unweit der drei bewirtschafteten Forsthäuser Jägerhaus, Lauschhütte und Heiligkreuz.

    66 Schnitzereien in den Wurzeln und Stämmen der Bäume zieren den Wanderweg.
    66 Schnitzereien in den Wurzeln und Stämmen der Bäume zieren den Wanderweg.
    Foto: Rainer Gräff

    Eine Rentnerinitiative aus Weiler bei Bingen schuf 1971 den originellen Wanderweg mit 46 Schnitzereien in den Wurzeln und Baumstämmen: kuriose Kobolde, grinsende Gnome, witzige Wichtel, Tiere und Menschen. Der "Stecke" ist der Wanderstock, die "Schlääfer" sind diejenigen, die den Stecke "schlääfe", also über den Boden schleifen.

    Drei Frauen frischten die kleinen Kunstwerke 2006 auf und vergrößerten deren Zahl auf 66. Der Weg durchs Haselbachtal schlängelt sich über 15 Holzstege, bietet Entschleunigung pur und macht einfach Spaß. Geeignet ist die kleine Tour, die ohne Halt kaum 20 Minuten dauert (Kinder benötigen erfahrungsgemäß wegen des Unterhaltungswerts bedeutend länger), für jedes Alter. Fahrräder, Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühle sind allerdings fehl am Platze. Man sollte schon einigermaßen sicher auf den Beinen sein.

    Die Steigung ist gering, der Spaßfaktor umso höher. Es gibt Ruhebänke zum Rasten und Schmausen. Die Steckeschlääferklamm ist übrigens Teil des Rheinburgenwegs. Zu erreichen ist der Binger Wald mit dem Auto am einfachsten über Waldalgesheim (Zufahrt am Ortsende beim Sportgelände der Spvgg) sowie Daxweiler oder Warmsroth (nahe dem Autobahnanschluss der A 61), zu Fuß oder per Rad auch über Bingerbrück (beim Schlösschen an der Stromberger Straße) oder von der B 9 am Rhein hinter Bingerbrück aus über den Schlangenpfad oder die Kreuzbachklamm.

    Rainer Gräff