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Unwetter: In Rheinhessen knickte Wingert komplett um – An der Nahe ging es glimpflich aus

Alle Landwirte und Winzer warten auf den Regen, und wenn er kommt, dann gleich mit einem Unwetter: Im Gensinger Raum knickte am Donnerstag ein mit Metallstöcken angelegter Weinberg um. Jetzt muss der Winzer ihn mit stabilisierenden Stücken mühsam wieder aufstellen. An der Nahe verlief der halbstündige Regen samt Sturmböen glimpflich.

Winzer Thomas Haas aus Langenlonsheim, der mit acht seiner Kollegen grade eine Messe in Nordrhein-Westfalen besucht, bestätigte auf telefonische Nachfrage: „Bei uns hat es 3,8 Liter geregnet. Mehr scheint nicht passiert zu sein.“ Die zwischen knapp vier und zwölf Liter Regen vom Donnerstag brachten den Reben ein paar Tage Entlastung, sagt DLR-Weinbauberater Dr. Edgar Müller, „aber das reicht bei Weitem nicht“. Um die Hitzephase zu überstehen, müsse es mehrere Wochen acht bis zehn Liter regnen. Andererseits dürfe die Nässephase nicht zu lange anhalten, sonst drohe Graufäule, also jene Fäule, die auch Erdbeeren und Kopfsalat befalle. Infolge der Graufäule bildeten sich meist weitere Schadenserreger aus: Essigfäule und Sekundärpilze. Dr. Müller lobte die modernen Frühwarnsysteme: „Die Regenradaranzeigen sind ein Segen, weil sie Winzern eine frühzeitige Reaktion ermöglichen.“ mz

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