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Die Ursprünge der rechten Sozialpolitik

Die soziale Frage kam im 19. Jahrhundert auf, nach dem Ersten Weltkrieg gab es in der Weimarer Republik nicht nur Linke, die eine radikale Veränderung in der Sozialpolitik anstrebten. Auch rechte Strömungen, wie die der Nationalbolschewisten, ließen sich von mitunter marxistischen Diagnosen inspirieren.

Jedoch schwebte ihnen keine internationalistische Lösung vor, im Gegenteil: Nur national beziehungsweise völkisch könne dem global agierenden Kapitalismus Einhalt geboten werden. Diese rechte Kapitalismuskritik beschwor neben homogenen Volksidentitäten häufig antisemitische Feindbilder. Jüdische Banker, Spekulanten oder internationale Unternehmer wurden als gierig und raffend herabgewürdigt. Diese verkürzte Kapitalismuskritik, die letztlich das System unangetastet lässt, ist heute bisweilen noch zu finden, etwa bei dem Rechtsradikalen Horst Mahler. wms
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