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Neuwied

Gymnasial-Turn-Ruder-Verein unterwegs auf Saar und Mosel

GTRVN-Ruder-Wanderfahrt an Christi Himmelfahrt vom 9. bis 13. Mai.

Foto: GTRVNeuwied

Über viele Jahre waren Klara und Friedhelm Pasch in der Organisation und Durchführung von ein- und mehrtägigen Ruderwanderfahrten eine nicht wegzudenkende Größe im GTRVN. Nachdem die beiden im Jahr 2017 verkündet hatten, sich langsam zur Ruhe setzen zu wollen, fand sich ein neues Organisationsteam zusammen, das sich entschloss, nach dem Prinzip von Vater Raiffeisen „Gemeinsam geht es besser“ zu verfahren und die Organisation auf mehrere Schultern zu verteilen. Als Ruderrevier für die traditionelle Christi-Himmelfahrts-Wanderfahrt entschied man sich für Saar und Mosel. Von Saarlouis nach Trittenheim sollte es gehen.

Zwölf Ruderer und ein Wanderer (aus Essen, Krefeld und Neuwied) trafen sich am 9. Mai um 14 Uhr am Bootshaus in Neuwied. Empfangen wurden sie mit Kaffee und Kuchen, um sich vor der langen Fahrt nach Saarlouis noch zu stärken. Anschließend begann die Premierentour des neuen Orgateams. mit drei Pkws, einem Bootsanhänger und zwei Booten (Vierer+). Der Kanu Club Undine Saarlouis war das Ziel, dort wurden die Boote abgeladen und gelagert. Mit dem leeren Anhänger ging es zurück nach Konz. Eine Stadt, unmittelbar an der Saarmündung liegend und ehemaliger Sommersitz des römischen Kaisers Valentinian I. Nur noch wenige Ruinen sind von der einst prächtigen Villa erhalten.

Donnerstag, 10. April der erste Rudertag von Saarlouis nach Mettlach gestaltete sich zunächst vom Wetter her etwas ungemütlich. Der Ruderslogan „Das Wetter wird am Bootshaus oder an den Booten gemacht“ galt auch an diesem Tag. Geduldiges Warten wurde belohnt. Es dauert nicht lange und der Himmel klarte auf und die beiden Boote gingen zu Wasser. Auch der einsame Wanderer startete auf Schusters Rappen zu seinem Vorhaben. An diesem Tag wurde die 40 Meter lange, 6,75 Meter breite und 8 Meter tiefe Bootsschleuse Rehlingen passiert werden. Die Boote schleusten einzeln, so dass sich die Weiterfahrt verzögerte. Dadurch musste die zur Tradition gewordene Elf-Uhr-Loch-Pause etwas verschoben werden. Die Mittagspause wurde sodann auf der Kirmes in Merzig eingelegt. Die Ruderer stärkten sich mit Fischbrötchen und Bratwurst, um für die Weiterfahrt nach Mettlach gewappnet zu sein. Nun ging es vorbei an roten Sandsteinfelsen, die sich rechter Hand am Fluss entlangzogen und grünen bewaldeten Hängen, die bis zum Flussufer reichten. Hinter dem Ort Besseringen beginnt, für die Ruderer kaum zu bemerken, die Saarschleife. An vielen Naturschönheiten vorbei und mit wenig Schiffsverkehr wurde noch die Schleuse Mettlach passiert bevor das Etappenziel, der Kanuverein Mettlach, erreicht wurde.

Freitag, 11. April: Der zweite Rudertag von Mettlach nach Konz begann und endete mit „Sonnenschein pur“. Mettlach, um 676 gegründet, und das um diese Zeit entstandene Benediktinerkloster sowie die Herren auf Burg Montclair prägten das damalige Leben. Durch die Säkularisierung infolge der französischen Revolution und den Verkauf des Klosters erwarb die Familie Boch um 1809 dieses Gebäude und richtete dort eine Keramikmanufaktur ein. Die bis heute existiert und unter dem Namen Villeroy & Boch wertvolle Porzellane produziert. Die Mittagspause wurde in einem gemütlichen Lokal in Saarburg eingelegt. In Konz konnten die Boote, dank eines freundlichen Hafenmeisters, im eingezäunten Gelände des Sportboothafens sicher abgelegt werden.

Samstag, 12. April: Der dritte Rudertag von Konz nach Schweich. Nach zwei Tagen Saar wurde nun die Mosel befahren. Trier wurde passiert. Das eigentliche Etappenende war in Schweich geplant. Da die Teilnehmer noch nicht genug vom Rudern hatten, wurde die Etappe kurzerhand bis Pölich erweitert. Der Campingplatz in Pölich hielt eine gute Anlegemöglichkeit vor und der Empfang war sehr freundlich. Die Boote konnten direkt am Ufer gelagert werden. In der dortigen Gastronomie war Stärkung und Erholung angesagt.

Sonntag, 13. April: Vierte und letzter Rudertag von Pölich nach Trittenheim. Es sah regnerisch aus, aber auch an diesem Tag galt der Ruderslogan, dass das Wetter am Bootshaus oder an den Booten gemacht wird! Die Frage, ob man überhaupt auf das Wasser gehen könne, ließ man zunächst unbeantwortet. Wie so oft, am Startort angekommen, verzog sich der Regen, die Boote waren schnell auf dem Wasser und die letzten 13 Kilometer konnten in Angriff genommen werden. Der Himmel zeigte sich zwar trüb, aber es blieb trocken. Die vielen Motorboote, die an den Vortagen Lärm und Wellen verursacht hatten, waren aufgrund des Wetters spurlos verschwunden. Das Wasser war glatt und die Landschaft wirkte beruhigend und erholsam auf die Ruderer. Das Ziel Trittenheim wurde mit Pause nach eineinhalb Stunden erreicht. Schnell waren die Boote verladen und die Heimfahrt nach Neuwied konnte angetreten werden.

Zurück in Neuwied klang die Wanderfahrt bei Kaffee und Kuchen gemütlich aus. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass das Orgateam gute Arbeit geleistet hatte und es gemeinsam wirklich besser geht! In diesem Sinne wird es sicher noch viele weitere gemeinsam organisierte Ruderwanderfahrten geben. Christel Malzi

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