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Linz

Fibromyalgie – ein wichtiges Thema im Medcafé des Verbundkrankenhauses Linz-Remagen

Auf großes Interesse stieß die Einladung zum Medcafé im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen, wo Dr. med. Thorsten Luecke (Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie) aktuelles zum Thema Fibromyalgie berichtete.

Foto: Verbundkrankenhaus Linz-Remagen

"Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die aber keine schweren bleibende Schäden im Körper verursacht", beschrieb Dr. Luecke die Auswirkungen der Erkrankung. Dabei kommt sie vergleichsweise häufig in Deutschland vor. Etwa drei Prozent der Bevölkerung in Deutschland leiden an dieser Erkrankung, am häufigsten sind Frauen zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr betroffen.

Typische Symptome der Fibromyalgie sind Muskelschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und oft psychische Beschwerden wie Ängste oder Depressionen, deren Ursache nicht eindeutig zu klären ist.

"Die Diagnosestellung ist entsprechend schwierig", so Dr. Luecke, da die Symptome auch bei vielen anderen Erkrankungen ähnlich auftreten. Hier gilt es dann alle anderen infrage kommenden Erkrankungen auszuschließen. Oft dauert es lange, bis die endgültige Diagnose gestellt wird und die Betroffenen haben oft schon einen langen Leidensweg hinter sich."

Als Schmerztherapeut im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen, konnte Dr. Luecke aus seiner Erfahrung mit Fibromyalgiepatienten berichten. "Patienten können die Therapie unterstützen, indem sie Stress vermeiden, sich viel bewegen, Schlafenszeiten einhalten und sich mit Betroffenen austauschen. Ziel unserer Therapie ist es, die Beschwerden so weit wie möglich zu reduzieren. Für die Behandlung stehen zahlreiche Methoden der Schmerztherapie zur Verfügung. Die modernste wissenschaftlich fundierte Therapieform ist die multimodale Schmerztherapie zur Behandlung von chronischen Schmerzzuständen, die seit einigen Jahren im Verbundkrankenhaus Linz-Remagen und auch im MVZ Sinzig (Medizinisches Versorgungszentrum) angeboten wird. Ein interdisziplinäres Behandlungsteam von speziell ausgebildeten Fachärzten, Psychologen und Therapeuten aus der Krankenpflege und Physiotherapie betreuen die Patienten intensiv.

Mit einer interdisziplinären Teambesprechung wird der Therapieverlauf der einzelnen Patienten besprochen und gegebenenfalls eine Abstimmung zwischen den Therapeuten und Therapieformen getroffen.

Das Therapieprogramm sieht eine Kombination von invasiven Therapiemaßnahmen vor (Gelenkinfiltrationen, Leitungsanästhesien, Regionalanästhesien) sowie zahlreiche konservative Therapiemaßnahmen. Hierzu gehören (Physikalische Therapie, Progressive Muskelentspannung, Aufmerksamkeitslenkung, Psychotherapeutische Begleitung, TENS – Reizstromtherapie, Biofeedback, Psychoedukation – Hilfe zur Selbsthilfe, Selbsthilfegruppe und Sozialberatung in arbeitsrechtlichen und finanziellen Problemen. „Die Krankenkassen unterstützen zwei stationäre Therapien im Jahr. Damit gelingt es in vielen Fällen das Schmerzniveau um 50 bis 60 Prozent zu verringern und die Lebensqualität deutlich zu verbessern“, machte Dr.Luecke den Betroffenen Mut.

Die Gäste des Medcafés nutzten im Anschluss die Gelegenheit, um offene Fragen in der Teilnehmerrunde zu besprechen.

Die nächste Medcafé-Veranstaltung findet am 20. Juni um 18 Uhr in der Cafeteria des Krankenhauses Maria Stern statt. Oberarzt Nikolaus Atzl informiert über die Instabilität der Wirbelsäule, angeboren, degenerativ oder unfallbedingt.

Am 29. August lädt Chefarzt Dr. Dieter Altmann um 18 Uhr in die Cafeteria des Franziskus-Krankenhauses ein und spricht zum Thema Kniegelenksschmerz und dessen aktuelle Behandlungskonzepte.

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