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Koblenz

Bodendenkmäler und luftige Höhen

Die KKV-Mitglieder besuchten den Kölner Dom.

Foto: KKV Koblenz

Mit dem Bus ging es am Vormittag nach Köln, wo die Mitglieder des KKV, 1865 in Koblenz als Katholische Kaufmännische Vereinigung gegründet, am Mittagsgebet der Gemeinschaften von Jerusalem in Groß St. Martin teilnahmen. Die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute romanische Kirche beeindruckte schon als Kirchenbau durch ihre Größe und Schlichtheit, umso mehr allerdings das Mittagsgebet dieser monastischen Gemeinschaft, in der Brüder und Schwestern gemeinsam Gottesdienst feiern. 1975 in Paris gegründet, findet man die Ordensgemeinschaft in den Metropolen dieser Welt, in Deutschland nur in Köln. Wir erlebten eine halbe Stunde Liturgie, die alle durch ihre Schönheit in ihren Bann zog, ein Stück Atem-Holen im hektischen Rhythmus einer Großstadt.

Nach etwas Zeit zur freien Verfügung, die in einem der zahlreichen Museen oder in einem Café verbracht wurde, teilte sich die Gruppe auf: Für die eine Hälfte der Mitglieder ging der Weg nach unten, in die Ausgrabungen. Die Ausgrabungen unter dem Kölner Dom gehören zu den umfangreichsten Kirchengrabungen Deutschlands. Die weitläufigen Räume unter dem Fußboden des Domes gewährten einen Blick auf ein gewaltiges Archiv an Bodendenkmälern, zu denen über 2000 Mauer- und Fundamentreste, Straßenpflaster, Fußböden, Gruben und Gräber gehören, eingerahmt durch die mächtigen Fundamente der gotischen Kathedrale. Auch wenn an diesem Tag schon fast frühlingshafte Temperaturen vor dem Dom herrschten, in der Unterwelt war es bitter kalt.

Für die zweite Hälfte der Gruppe führte der Weg steil nach oben, stand doch die Besichtigung über den Gewölben des Domes an. Mit dem Aufzug ging es in 45 Meter Höhe; für viele, die nun einen historischen Holzdachstuhl erwartet hatten, hatte der erste Blick ins Dach eine besondere Überraschung parat: eine filigrane Eisenkonstruktion, die älter als der Eiffelturm ist. Der Weg führte allerdings noch höher: mehr als einhundert Stufen mussten noch erklommen werden, um vom Vierungsturm aus einen sensationellen Blick über ganz Köln zu haben. Höhepunkt der Besichtigung war allerdings der Weg durch das Triforium, das in fast 25 Meter Höhe als Laufgang einen großartigen Blick in das Kirchenschiff eröffnete.

Nach so vielen Eindrücken bestand verständlicher Weise der Wunsch nach etwas Stärkung, einem Kölsch und so mancher Kölner Spezialität. Im „Gilden im Zims“ am Heumarkt, der „Heimat Kölscher Helden“ waren wir für ein paar Stunden dann gut aufgehoben, bevor es wieder frohgemut nach Koblenz ging.

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