Archivierter Artikel vom 04.09.2015, 11:11 Uhr

Zwei weitere Olympiaplätze für deutsche Ruderer

Lac d'Aiguebelette (dpa) – Marcel Hacker schien wie von schweren Lasten befreit. Der Sieg im Halbfinale der Ruder-WM auf dem Alpensee Aiguebelette hob die Laune des 38 Jahre alten Routiniers spürbar an.

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Doppelzweier
Marcel Hacker (r) und Stephan Krüger buchten das Ticket für Olympia.
Foto: Jakub Kaczmarczyk – dpa

«Dass wir die Pflicht mit der Olympia-Qualifikation geschafft haben, erleichtert ungemein», bekannte der langjährige Einer-Fahrer aus Magdeburg. Der souveräne Auftritt an der Seite seines kongenialen Mitstreiters Stephan Krüger (Rostock) im Doppelzweier machte zudem Mut für den Endlauf am Sonntag: «Da liegen zwölf Bekloppte am Start. Wenn wir um eine Medaille mitfahren wollen, müssen wir um Gold kämpfen.»

Darüber hinaus buchte auch der Frauen-Doppelzweier als Halbfinal-Dritter die Tickets für Rio 2016. Damit stieg die Zahl der deutschen Startplätze für Brasilien auf bisher insgesamt sechs an. In den WM-Endläufen der 14 olympischen Klassen am Wochenende ist der DRV mit acht Teams vertreten.

Die Maßnahmen von DRV-Cheftrainer Marcus Schwarzrock, die beiden besten deutschen Skuller Krüger und Hacker zu Saisonbeginn in den Zweier zu beordern, macht sich mehr und mehr bezahlt. Schon nach 1000 Metern lagen die Europameister am Freitag vorn und wehrten danach alle Angriffe der Konkurrenz aus Litauen und Frankreich locker ab. Urplötzlich scheinen selbst die als Topfavoriten gehandelten Kroaten in Schlagdistanz zu liegen. «Sag niemals nie», antwortete Hacker auf Fragen nach den Chancen gegen die vermeintlich übermächtigen Titelverteidiger im Endlauf.

Die Aussichten auf weitere Podestplätze in den olympischen Disziplinen stehen nicht schlecht. Als Goldhoffnungen gehen die beiden Doppelvierer in die Endläufe am Samstag. Das Frauen-Team um Schlagfrau Lisa Schmidla (Krefeld) ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Die Männer-Crew stieg als souveräner Halbfinal-Gewinner zum Topfavoriten auf. «Wir sind ein relativ stabiles Boot und werden noch einen draufsetzen», versprach der Berliner Karl Schulze.

Höhe- und Schlussspurt der WM wird das Achter-Rennen am Sonntag (14.45 Uhr). Dabei wollen sich die Olympiasieger aus Deutschland bei den Briten für die WM-Niederlagen der vergangenen beiden Jahre revanchieren. In das Duell der Erzrivalen könnten noch die überraschend starken Niederländer und Russen eingreifen. «Wir sind optimistisch und heiß», sagte Schlagmann Hannes Ocik (Schwerin), «jeder Schlag wird entscheidend sein.»

Als gute Einstimmung auf den WM-Showdown am Wochenende taugten die Endläufe in den nichtolympischen Klassen. Der leichte Frauen-Doppelvierer kam eine Bootslänge vor Großbritannien ins Ziel und bescherte dem DRV damit am Freitag das erste WM-Gold. Wenige Minuten später verwies der leichte Männer-Achter die Franzosen in souveräner Manier auf Rang zwei. Der Zweier mit Steuermann und der leichte Männer-Doppelvierer gewannen Silber. Abgerundet wurde die starke Bilanz durch den dritten Rang des leichten Zweiers ohne Steuermann.