Archivierter Artikel vom 18.03.2011, 13:08 Uhr

Zwei Bürgerbegehren: «NOlmypia» oder «OlympJa»

Garmisch-Partenkirchen (dpa) – Dreieinhalb Monate vor der Vergabe der Winterspiele 2018 haben Befürworter und Gegner des Mammutprojekts in Garmisch-Partenkirchen den Showdown eingeläutet. Beide Seiten übergaben jeweils rund 2400 Unterschriften an Bürgermeister Thomas Schmid.

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Olympia-Gegner
Eine Gruppe von «NOlympia»-Aktivisten demonstrieren in München.
Foto: DPA

Nach der notwendigen Prüfung soll nun Ende März oder Anfang April die Einleitung möglicher Bürgerentscheide geklärt werden. «Die Entscheidung trifft der Gemeinderat», betonte Schmid. Möglicherweise noch im Mai und damit rechtzeitig vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) über den Austragungsort von Olympia 2018 könne dann ein Bürgerentscheid durchgeführt werden.

Nur knapp einen Monat nach dem Start ihrer Unterschriftensammlung legten die Olympia-Gegner im Rathaus des Wintersportortes am Fuße der Zugspitze ihre Listen vor. «Nach wesentlich kürzerer Zeit als erwartet» seien rund 2400 Unterschriften zusammengekommen, teilten die Organisatoren mit. Für das Bürgerbegehren in Garmisch-Partenkirchen sind Unterschriften von 8 Prozent der Wahlberechtigten notwendig – das sind nach Angaben von Gemeindesprecher Florian Nöbauer 1693.

Diese notwendige Anzahl erreichten demnach auch die Olympia-Befürworter in dem Ort, in dem nach dem Willen der Münchner Bewerbungsgesellschaft 2018 unter anderem die alpinen Ski-Rennen ausgetragen werden sollen. Auch die in der Initiative «OlympJa» vereinten Befürworter hätten 2400 Unterschriften vorgelegt – in sogar noch kürzerer Zeit als die Olympia-Gegner. Beide Listen müssen nun erst einmal geprüft werden.

«Wir freuen uns, dass die Befürworter innerhalb weniger Tage weit mehr als die erforderliche Anzahl von Unterschriften gesammelt haben», sagte Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). «Damit sind die Weichen gestellt für ein positives Votum der Garmisch-Partenkirchener Bürger für die nachhaltige Entwicklung ihrer Marktgemeinde durch erfolgreiche Olympische Spiele und Paralympics 2018.»

Seit längerem ist Garmisch-Partenkirchen in der Frage der Olympia-Bewerbung tief gespalten. Zusammen mit München und Schönau am Königssee hoffen die deutschen Olympia-Macher am 6. Juli auf den Zuschlag durch das Internationale Olympische Komitee (IOC). Gegner im olympischen Dreikampf um die Austragung der Winterspiele 2018 sind das französische Annecy und Pyeongchang in Südkorea.

Unterdessen deutet weiter vieles darauf hin, dass die Finanzierung der bayerischen Olympia-Ambitionen nicht wie ursprünglich geplant ohne öffentliche Zuschüsse auskommt. Noch immer fehlen im 33 Millionen Euro schweren Bewerbungsbudget vier Millionen Euro. Der Freistaat Bayern, die Stadt München, die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen und das Berchtesgadener Land würden im Bedarfsfall haften.