Archivierter Artikel vom 19.05.2010, 12:22 Uhr
München

Zu schnell unterwegs: ADAC bemängelt Schulbusfahrten

Viele Schulbusse sind zu schnell unterwegs. Nur auf 2 von 36 untersuchten Strecken sei die erlaubte Höchstgeschwindigkeit eingehalten worden, ergab ein Test des ADAC in München.

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Schulbus
Eine erhebliche Verletzungsgefahr ergibt sich auch durch Rangelei im Bus. (Bild: ADAC)

Für die Hälfte der Strecken vergab der Automobilclub lediglich die Note «ausreichend», ein knappes Viertel fiel mit einem «Mangelhaft» durch. Die restlichen Strecken bekamen die Note «gut». Die Tester untersuchten jeweils drei Strecken in zwölf Bundesländern. Geprüft wurden die Hin- und Rückfahrt.

Neben den Tempoverstößen bemängelte der ADAC überfüllte und unpünktliche Busse. Außerdem hätten Nothämmer gefehlt, scharfe Kanten und Stolperfallen erhöhten die Verletzungsgefahr. Keine und fehlerhafte Fahrpläne sowie überfüllte Haltestellen trugen den Testern zufolge zum schlechten Gesamteindruck bei.

Problematisch sei häufig auch das Verhalten der Kinder gewesen, die beim Ein- und Aussteigen drängelten, auf verbotenen Flächen standen und nicht immer alle vorhandenen Sitze nutzten. Lebensgefährlich werde es, wenn die Kinder über die Fahrbahn laufen, bevor der Bus abgefahren ist. Das sei bei jeder vierten Fahrt passiert.

Kritik am Test kam vom Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO). Bei den Mängeln handle es sich teilweise nicht um Gesetzesübertritte, sondern «einfach subjektive Ansichten des ADAC», sagte der Verbandssprecher Martin Kaßler. «Wir kritisieren, dass die Stichprobe nicht repräsentativ ist, weil hier das großes Feld des freigestellten Schülerverkehrs nicht untersucht worden ist», sagte Kaßler. Reguläre Linienbusse seien nicht zwingend auf Schüler ausgerichtet. Den Fällen zu hoher Geschwindigkeit wolle der Verband aber nachgehen.

Weitere Infos zum Test: dpaq.de/MZU74

Alle Testergebnisse im Überblick: dpaq.de/9jwr7