Archivierter Artikel vom 13.08.2010, 12:06 Uhr

Zu kleine Tore machten Germania Dattenfeld bekannt

Düsseldorf (dpa). Der TSV Germania Windeck, Bayern-Erstrundengegner im DFB-Pokal, ist im deutschen Fußball nicht erst seit dem Cup-Aufeinandertreffen mit Schalke 04 vor einem Jahr bekannt. Den Vorgängerverein Germania Dattenfeld kennt man in der Szene.

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Wegen zu kleiner Tore machte die Mannschaft aus dem nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis schon 2007 bundesweit Furore. Sogar das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes befasste sich mit dem Fall: Bei einem Gastspiel im 3500-Einwohner-Ort Dattenfeld bemängelten Funktionäre des SV Straelen zu geringe Ausmaße des Gestänges. Der Schiedsrichter nahm Maß: Beide Tore wichen in der Höhe um 21 Zentimeter von den genormten 2,44 Metern ab.

Der Unparteiische pfiff trotzdem an, Dattenfeld gewann das Oberligaspiel 4:0. Aber: Einspruch, Herr Schiedsrichter. Straelen bekam in zweiter sportjuristischer Instanz Recht, die Dattenfelder indes wollten die angesetzte Wiederholung nicht hinnehmen. Ergo: letzte Instanz, der DFB musste das endgültige Urteil fällen und gab dem Germania-Einspruch Recht: Es blieb beim 4:0.

Die letztinstanzliche Begründung: Ein regelwidriger Platzaufbau könne nicht automatisch zu einer Umwertung oder Neuansetzung des Spiels führen. «Zu verlangen ist vielmehr der Nachweis eines konkreten Zusammenhangs des fehlerhaften Platzaufbaus mit dem Spielergebnis», hieß es. Hätte Straelen beweisen können, dass die Gäste-Akteure immer zu hoch auf das zu kleine Gehäuse zielten, wäre ein anderer Richterschluss die Folge gewesen. Doch welcher Gutachter hätte diesen Nachweis führen können? Straelen konnte es nicht, es blieb beim 4:0. Und Dattenfeld war in aller Fußball-Munde.