Archivierter Artikel vom 01.02.2012, 23:39 Uhr

Zidan: In jeder Hinsicht ein lohnender Volltreffer

Rückkehrer. Sportlich und wirtschaftlich hat 05 stets vom Ägypter profitiert.

Mohamed Zidan war bisher nicht nur sportlich eine perfekte Lösung für den FSV Mainz 05. Der schnelle Stürmer ist für den Bundesligisten auch aus wirtschaftlicher Sicht ein Volltreffer.

Am 31. August 2005 hatte Christian Heidel den Ägypter von Werder Bremen für eine Leihgebühr von 250 000 Euro verpflichtet. Der noch unfertige Tempodribbler schoss in jener Saison in 26 Bundesligaspielen neun Tore. Danach ging es zurück an die Weser. Am 17. Januar 2007 zahlte Mainz 05 für den Kauf von Zidan 2,8 Millionen Euro. In 15 Rückrundenspielen schoss Zidan gigantische 13 Tore. Die 05er stiegen dennoch in die Zweite Liga ab.

Gehalt von Zidan immer abgedeckt

Doch der Angreifer hatte seinen Marktwert noch einmal erheblich gesteigert: Dem Hamburger SV war die Verpflichtung von Zidan im Sommer 2007 knackige 6,2 Millionen Euro wert. Und am 31. Januar 2012 hat der heute 30-Jährige zum dritten Mal am Bruchweg angeheuert. Die Mainzer überweisen an Borussia Dortmund schmale 150 000 Euro Ablöse, bei Klassenverbleib der 05er kassiert der Deutsche Meister noch einen Nachschlag von 100 000 Euro. Das macht unterm Strich für die 05er einen stattlichen Transfergewinn von 2,9 Millionen (abzüglich Beraterprovision). Bleibt festzuhalten: Das Gehalt von Zidan war stets abgedeckt.

Sollten die 05er im Sommer die Option über weitere zwei Jahre wahrnehmen – was auch geknüpft ist an den Verbleib in der Bundesliga -, und sollte Zidan dann an einen anderen Klub verkauft werden, dann wären die Dortmunder an der fälligen Ablöse prozentual beteiligt. Bei diesen Ausführungen fiel Mohamed Zidan dem 05-Manager gestern entschieden ins Wort: „Ich gehe nicht, ich will hier bleiben.“

Barrios' Absage ermöglichte Wechsel

Heidel bedankte sich gestern für die gute, offene und faire Zusammenarbeit mit den Dortmunder Verantwortlichen Hans-Joachim Watzke, Michael Zorc und Jürgen Klopp. Immer sei klar gewesen, dass Zidan nur die Freigabe erhalte, wenn Torjäger Lucas Barrios nicht zum FC Fulham wechseln würde. Am Dienstag waren sich die Borussia und der englische Erstligist über die Ablöse für den Dortmunder Torjäger einig, doch Barrios wurde sich zwischen 12 und 16.30 Uhr mit dem FC Fulham im Gehalt nicht einig. Um 17.10 Uhr war der Wechsel von Zidan nach Mainz perfekt.

Der mit Heidel befreundete Klopp hatte auch erlaubt, dass sich Zidan am 4. Januar, also einen Tag vor der Abreise der Borussia ins Wintertrainingslager, noch mit den Mainzern traf. Das Gespräch wurde um 17 Uhr vereinbart. Um 21 Uhr war Zidan in Wiesbaden zu einem ersten längeren Austausch mit Thomas Tuchel. Um 23.30 Uhr war der Spieler zurück in Dortmund, am nächsten Morgen stand er um 7 Uhr am Flughafen zur Abreise ins Trainingslager. Da hatte sich Zidan schon ein paar Klamotten für eine mögliche schnelle Rückkehr nach Mainz eingepackt. Das dauerte dann aber noch bis zum 31. Januar. Zidan: „Das war der aufregendste Tag in meiner bisherigen Karriere.“

Reinhard Rehberg