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Berlin

Zahl der Drogentoten stark gesunken – aber mehr Konsumenten

In Deutschland sterben immer weniger Menschen an ihrer Heroinsucht. Doch immer mehr Menschen konsumieren harte Drogen. Und die angeblich weiche Droge Cannabis wird wegen höherer Wirkstoffkonzentrationen immer gefährlicher.

Joint
Cannabis gelte zu Unrecht als «weiche Droge»: Heutzutage sei es in deutlich höheren Konzentrationen erhältlich als früher.
Foto: Daniel Karmann – DPA

Die Zahl der Drogentoten ist im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Stand seit 1988 gesunken. Todesursache waren vor allem die Folgen von Heroinmissbrauch. Doch die Zahl der Konsumenten anderer Drogen ist im Vergleich dazu stark angestiegen. Das teilten die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und der Präsident des Bundeskriminalamtes am Montag (26. März) in Berlin mit.

Insgesamt 986 Menschen starben 2011 in Deutschland an ihrer Drogensucht. Das entsprach binnen Jahresfrist einem Rückgang um 20 Prozent, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), in Berlin bekanntgab. Der deutliche Rückgang sei über alle Altersgruppen hinweg festzustellen, mit minus 79 Prozent seit 2002 aber besonders auffällig bei den unter 20-Jährigen.

Die Konsumenten – meist sind sie männlich und heroinabhängig – sterben immer später: Das Durchschnittsalter stieg zwischen 2002 und 2011 von 32 auf 37 Jahre. Der Präsident des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, wies auf die 21 315 Konsumenten harter Drogen hin, die der Polizei 2011 erstmals auffielen. Dies sei ein Anstieg von fast 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und eine Zunahme im achten Jahr hintereinander. Besonders stark war der Anstieg bei erstauffälligen Konsumenten von Amphetamin und Methamphetamin mit knapp 20 Prozent auf rund 14 400 Personen.

Ziercke wie Dyckmans warnten vor dem Konsum von Cannabis und der Verharmlosung dieses Rauschgifts. Cannabis gelte zu Unrecht als «weiche Droge», da es in deutlich höheren Konzentrationen als früher am Markt sei. «Das ist heute einfach ein anderer Stoff», sagte Dyckmans.

Zierke zeigte sich besorgt über den zunehmenden Konsum von Drogen, die aus Kräutern, Badesalzen oder Lufterfrischern zusammengemischt werden, den sogenannten «Legal Highs». Diese kämen zwar harmlos daher, enthielten aber «Betäubungsmittel oder ähnlich wirkende chemische Inhaltsstoffe mit psychoaktiven Substanzen, die zum Teil dramatische und unkalkulierbare Gesundheitsgefahren bergen». 2011 gingen immerhin drei Tote auf deren Konto.

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