Archivierter Artikel vom 01.12.2011, 15:25 Uhr
Hamburg

WWF-Fischratgeber: Rotbarsch und Aal tabu

Gute Noten für Ostsee-Dorsch, Warnung vor Rotbarsch und Aal: Nach Ansicht der Umweltstiftung WWF sollten bewusste Fischesser auf Rotbarsch, Schwertfisch, tropische Garnelen und Aal lieber verzichten.

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Gefährdeter Fisch
Rotbarsch und Aal sollten besser nicht auf dem Teller landen. (Bild: Ingo Wagner/dpa)
Foto: DPA

«Eine gute Wahl sind dagegen Dorsch und Hering aus der östlichen Ostsee, Sprotten aus Nord- und Ostsee sowie Lachs aus dem Ost-Pazifik», sagte WWF-Expertin Catherine Zucco anlässlich der Präsentation des neuen Fischratgebers am Donnerstag (1. Dezember) in Hamburg. «Insgesamt ähnelt die Situation dem Vorjahr – auch für Sorgenkinder wie Nordseekabeljau gibt es keine Entwarnung.» Ebenfalls gefährdet sind Rotbarsch und Aal.

Nach Angaben der Umweltstiftung gibt es seit Jahren einen Abwärtstrend. «Und der ging auch in diesem Jahr weiter nach unten», sagte Zucco. So müssten immer mehr Fanggebiete herabgestuft werden, da die befischten Bestände zu stark unter Druck stehen. «Schon jetzt gelten in Europa bereits drei von vier kommerziell genutzten Fischbeständen als überfischt.»

Der Verbraucherratgeber bewertet 115 handelsübliche Arten, die nicht aus zertifizierter Quelle erhältlich sind, nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden. 38 der bewerteten Fischereien und Zuchten wurden als «Gute Wahl» ausgezeichnet, 61 als «Zweite Wahl», 89 fielen in die Kategorie «Lieber nicht».

Die Verbraucher seien inzwischen sehr bewusst beim Einkauf, berichtete der WWF. Laut einer repräsentativen Umfrage der Stiftung verlangen neun von zehn Kunden Fisch aus nachhaltigen Quellen. Insgesamt konsumiert jeder Deutsche im Jahr durchschnittlich 15,7 Kilogramm.