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Düsseldorf

WM-Ziel der deutschen Fechter: Zwei Medaillen

Es waren wenig ermutigende Worte, die der DOSB den Fechtern nach Olympia 2012 mit auf den Weg gen Rio de Janeiro gab: «Die deutsche Leistungsspitze mit Top-Athleten/innen ist dünn.»

Top-Fechter
Jörg Fiedler gehört zur deutschen Fechterelite.
Foto: Jonathan Brady – DPA

Es ist eine Handvoll, die sich diesem Trend seit Jahren zu widersetzen versucht: Britta Heidemann, Peter Joppich, Nicolas Limbach, Jörg Fiedler. Immer die gleichen Protagonisten. «Es waren immer die Arrivierten», muss sich auch Dieter Lammer eingestehen.

Der Vizepräsident Sport des Deutschen Fechter-Bundes macht auch vor den Weltmeisterschaften vom 5. bis 12. August in Budapest keinen Hehl daraus, dass es für die Olympia-Zweite Heidemann (Degen), den viermaligen Einzel-Weltchampion Joppich (Florett), den früheren Weltmeister Limbach (Säbel) und Degen-Europameister Fiedler kaum nationale Herausforderer gibt.

«Die Erfolge wurden nicht von den Nachwuchsleuten geholt», blickte Lammer vor Budapest auf das Europa-Championat im Juni in Zagreb zurück – mit Stolz zwar ob der Titel durch Joppich im Einzel, das Männer-Florettteam und Fiedler. Lammer: «Ich warne davor zu erwarten, auch aus Budapest mit drei Goldmedaillen nach Hause zu kommen.» Eine Vorstellung, die zwar schön wäre, aber nicht realistisch ist.

Was ist denn realistisch? Sportdirektor Sven Ressel muss laut Zielvereinbarung mit dem DOSB zwei WM-Medaillen einplanen. Das ist machbar, eine Heidemann, ein Joppich oder ein Limbach, der bei der EM aus Studiengründen fehlte, sind immer für Großtaten gut, auch auf Weltebene, auch gegen Top-Fechter aus China, Südkorea oder den USA.

Der neue Aktivensprecher Max Hartung hält es denn auch nicht mit Pierre de Coubertins hehren Worten, dass schon das Dabeisein alles sei: «Man fährt ja nicht dorthin, um nur mitzumachen.» Britta Heidemann macht sich und den anderen 24 deutschen WM-Startern Mut: «Motivation und Lust sind wieder da.»

Die Resultate von Zagreb waren nicht nur für Joppich «phänomenal». Und sie sollen auch in Ungarns Hauptstadt ihre Wirkung zeigen. «Wir sind alle leistungsgierig», beschreibt Herrenflorett-Bundestrainer Ulrich Schreck sein Vorhaben. Schreck: «Die EM hat Selbstvertrauen ins Spiel gebracht. Verbal und von unserer Ausstrahlung: Wir formulieren Ziele. Die Mannschaft ist so eingestellt, dass sie diesen Leistungswillen verfolgt.»

Nur: Gilt das auch für alle? Fechter-Präsident Gordon Rapp sprach im April von «Hängematten und anderen festgefahrenen Dingen», die abgeschafft werden sollen. Rapp machte «eine gewisse Bequemlichkeit» aus, hauptsächlich bei Trainern der zweiten Reihe.

Das soll sich in einem Teilbereich, der zuletzt wenig Positives zustande brachte, ändern: Für das Damenflorett-Team soll der italienische Top-Coach Andrea Magro als Bundestrainer verpflichtet werden – ein Mann, der große Meriten hat und beispielsweise Valentina Vezzali in Peking zu Olympia-Gold führte. Die Verpflichtung Magros könnte ein Signal für alle sein, dass es der DFeB mit dem geplanten Um- und Aufbruch wirklich ernst meint.

Das deutsche Aufgebot für die Fecht-WM:

Damendegen: Britta Heidemann (Leverkusen/nur Einzel), Monika Sozanska (Heidenheim), Imke Duplitzer (Bonn), Beate Christmann (Tauberbischofsheim), Anja Schünke (Heidenheim/nur Team)

Damenflorett: Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim), Katja Wächter (Tauberbischofsheim), Sandra Bingenheimer (Tauberbischofsheim), Anne Sauer (Tauberbischofsheim)

Damensäbel: Alexandra Bujdoso (Koblenz), Sibylle Klemm (Dormagen), Stefanie Kubissa (Dormagen), Anna Limbach (Dormagen)

Herrendegen: Norman Ackermann (Tauberbischofsheim), Jörg Fiedler (Leipzig), Steffen Launer (Leipzig), Falk Spautz (Leverkusen)

Herrenflorett: Sebastian Bachmann (Tauberbischofsheim), Peter Joppich (Koblenz), Johann Gustinelli (Tauberbischofsheim), Marius Braun (Bonn)

Herrensäbel: Benedikt Wagner (Dormagen), Max Hartung (Dormagen), Nicolas Limbach (Dormagen), Matyas Szabo (Dormagen)

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