40.000
  • Startseite
  • » WM-Wettrüsten in der Formel 1
  • Aus unserem Archiv
    Shanghai

    WM-Wettrüsten in der Formel 1

    Erst kopieren, dann triumphieren: Im Wettrüsten um den Titel zündet die Formel 1 in China die nächste Ausbaustufe. Wie Shanghais Produktpiraten setzen auch Top-Teams wie Mercedes und Ferrari derzeit vor allem auf den Nachbau von Erfolgsmodellen der Konkurrenz.

    Schnell
    McLaren-Mercedes-Pilot Lewis Hamilton rast in Shanghai über die Strecke.

    Letzter Schrei: McLarens Trick mit dem Heckflügel, der auf langen Geraden bis zu acht Stundenkilometern mehr bringen soll. «Jeder hat Druck, das zu kopieren», verriet Titelanwärter Sebastian Vettel vor dem vierten Saisonrennen.

    Der WM-Dritte aus Heppenheim muss aber noch mindestens bis zum Beginn der Europa-Saison in Barcelona Anfang Mai warten, ehe sein Red-Bull-Team sich auch am sogenannten «F-Schacht»-System versucht. Dagegen probierten Mercedes, Ferrari und Williams eine Vorläufer-Version des McLaren-Geniestreichs, mit dem der Luftwiderstand verringert und so die Geschwindigkeit erhöht wird, schon beim Training zum Großen Preis von China erstmals aus.

    «Wir würden es nicht benutzen, wenn es nicht besser wäre», sagte Mercedes-Superstar Michael Schumacher. «Es ist etwas, das man haben muss, auch wenn das Auto noch so gut ist», meinte Vettel.

    Doch auch auf den Dienstwagen des 22-Jährigen haben die Spione der Rivalen schon seit langem ein Auge geworfen. Der Red Bull gilt nach drei Saisonrennen als das beste Modell im Feld. Die zuweilen riesige Überlegenheit von Vettels Auto hat längst Zweifler auf den Plan gerufen, die illegale Entwicklungslösungen vermuten. Das Team dementierte bislang vehement, zwischen Qualifikation und Rennen die Bodenfreiheit des Autos auf regelwidrigem Weg automatisch zu erhöhen.

    Weil die Debatte um ein derartiges System heißlief, untersagte der Automobil-Weltverband FIA den Rennställen vor der China-Reise noch einmal ausdrücklich dessen Gebrauch. McLaren bekannte kurz darauf, die Arbeit an einer entsprechenden Aufhängungslösung à la Red Bull nun eingestellt zu haben.

    In den Garagen und Rennsport-Fabriken aber rauchen weiter die Köpfe der Ingenieure. Für den Grand Prix in Barcelona haben alle Teams größere Upgrades angekündigt. Die Konkurrenz ist härter denn je, meint Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. «Eine Handvoll Teams hat inzwischen die Ideen. Das ist gut für den Wettbewerb, aber es macht die Aufgabe nicht leichter», sagte der 57-Jährige. «Die Luft wird dünner.»

    Mercedes vertraut in dieser Saison auf die Künste eines in der PS-Branche anerkannten «Superhirns». Teamchef Ross Brawn hatte im vergangenen Jahr mit seinem Privatteam eine Regellücke ausgenutzt und vor allem dank des umstrittenen Doppel-Diffusors beide WM-Titel abgeräumt. Längst verwenden alle diese Aerodynamik-Lösung.

    Für Atempausen bleibt kaum Zeit. Weltmeister Jenson Button flog nach dem Rennen in Malaysia einmal um die halbe Welt, nur um in der McLaren-Fabrik im britischen Woking sieben Stunden im Simulator zu testen. Der Kampf um Hundertstelsekunden war offenkundig erfolgreich. Die ersten Trainingseinheiten in Shanghai dominierten Button und sein Teamkollege Lewis Hamilton.

    Anzeige
    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst
    Maximilian Eckhardt
    0261/892743
    Kontakt per Mail
    Fragen zum Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Dienstag

    8°C - 22°C
    Mittwoch

    10°C - 21°C
    Donnerstag

    13°C - 21°C
    Freitag

    11°C - 17°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!