Archivierter Artikel vom 17.09.2010, 15:16 Uhr

Witt will München 2018-Kritiker überzeugen

München (dpa). Katarina Witt will als Frontfrau der Münchner Olympia-Bewerbung ihre prominenten Kritiker wie Uli Hoeneß eines Besseren belehren.

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Optimistisch
Katarina Witt mit einem Werbeplakat für München 2018.

«Ich werde versuchen, mich noch tatkräftiger einzusetzen und auch den Münchnern und den Bayern zu beweisen, dass wir aus dem Rest Deutschlands auch etwas draufhaben», sagte die zweimalige Eiskunstlauf-Olympiasiegerin und Kuratoriumsvorsitzende in München am Rande der Präsentation von Lotto Bayern als achtem nationalen Förderer der Bewerbung um die Winterspiele 2018.

Die Olympia-Macher kommen finanziell voran, und auch im harten Grundstückskampf in Garmisch-Partenkirchen zeichnen sich offenbar Auswege ab. Der bayerische Staatskanzleichef Siegfried Schneider sieht ein «Lösungspaket» gefunden, mit dem «alle gewinnen» sollen. Demnach ist das olympische Dorf (Snow Village) nun am Gelände des Olympia-Eisstadions und der Bahnrückbauflächen vorgesehen.

Schneider zeigte sich überzeugt, dass mit den für alle Beteiligten erfolgreichen Verhandlungen ein Durchbruch gelungen sei. Auch für das geplante Mediendorf werden demnach keine weiteren landwirtschaftlichen Flächen mehr in Garmisch-Partenkirchen benötigt. Die Unterkünfte für die Medienvertreter sollen auf mehrere Standorte verteilt werden. Dafür werde auch das Gelände der Bundeswehr-Kaserne in Murnau geprüft.

Bei der angestrebten Finanzierung der Bewerbung allein durch Sponsoren sind die Münchner Olympia-Macher ihrem Ziel mit dem Gewinn von Lotto Bayern näher gekommen. Zwei Millionen Euro soll der Deal einbringen. Damit wären 24 Millionen des zuletzt auf insgesamt 33 Millionen Euro erhöhten Etats zusammen. «Die Wirtschaft steht zu der Bewerbung», sagte Michael Vesper, Aufsichtsratsvorsitzender der Bewerbungsgesellschaft.

Vom Garmischer Grundstücksstreit soll nun auch eine Fläche für die alpine Ski-WM 2011 betroffen sein. Es geht um den «Stieranger», der als Parkplatz geplant ist. Das Weideland werde aber für Olympia nicht mehr eingeplant. Vesper glaubt, dass die Probleme vor Ort auch ein parteipolitisches Thema sind, wie er dem ARD-Hörfunk (BR) sagte: «Da ist die Olympia-Bewerbung mehr der Sack, auf den man schlägt. Das ist bedauerlich.» Die Alpin-WM im Februar soll fünf Monate vor der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für die Münchner Kandidatur punkten.

Der Dreikampf mit dem Außenseiter Annecy (Frankreich) und dem favorisierten Pyeongchang aus Südkorea endet am 6. Juli 2011. Dann vergibt das IOC im südafrikanischen Durban die übernächsten Winterspiele. «Die Winterspiele 2018 in Deutschland wären ein Glücksgriff für die Menschen», betonte Witt, die als Nachfolgerin von Willy Bogner für die Präsentation der Münchner Bewerbung zuständig ist.