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    München

    «Wir werden uns den A... aufreißen»: Austria mutig

    Selbstbewusst wie selten lässt Österreichs Nationalmannschaft vor dem Bruderduell mit Deutschland die Muskeln spielen.

    Tiefstapler
    Österreichs Trainer Marcel Koller erklärt Deutschland zum klaren Favoriten.
    Foto: Helmut Fohringer - DPA

    Mit wahrscheinlich sechs Bundesliga-Legionären um David Alaba (Bayern München) wollen die Rot-Weiß-Roten das Wunder schaffen, erstmals seit Jahren auswärts gegen eine große Fußball-Nation gewinnen und als Gruppenzweiter nach Brasilien fahren. Ein «Jausengegner» (Frühstücksgegner) ist die Elf von Teamchef Marcel Koller schon lange nicht mehr, da sind sich fast alle sicher.

    «Wenn wir uns den A.... aufreißen (und das werden wir!!!) und David nicht in die falsche Kabine läuft, wird's verdammt spannend!! Der Freitag kann kommen!!», kündigte Stoke-City-Neuzugang Marko Arnautovic auf seiner Facebook-Seite an. «Wir werden das Letzte geben, um das Land Österreich stolz zu machen», versprach Aleksandar Dragovic (Dynamo Kiew). Und der angeblich an der Wade verletzte Zlatko Junuzovic (Werder Bremen) beschrieb die Stimmung im Team so: «Schon vor dem Heimspiel vor einem Jahr hatten wir eine riesige Geilheit auf das Spiel, jetzt ist es ähnlich.» Damals hatte die Löw-Elf im Wiener Prater glücklich 2:1 gewonnen.

    Auch von deutscher Seite kommt Lob für die früher oft als Skifahrer in Fußballschuhen verspotteten Alpenkicker: Österreich sei «taktisch gereift», spiele gutes Pressing und Umschaltspiel, lobte Bundestrainer Joachim Löw: «Österreich wird hochmotiviert, mutig und angriffslustig in das Duell gehen. Österreich hat die Chance, als Gruppenzweiter die WM-Teilnahme zu schaffen.»

    Laut Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus könnte es am Freitag eng werden: «Ich erwarte einen offenen Schlagabtausch», sagte er der Zeitung «Österreich». Verantwortlich für die positive Entwicklung ist für Löw vor allem der Coach: «Marcel Koller ist für mich ein Grund, dass diese Mannschaft viel organisierter und strukturierter spielt.»

    Der Gerühmte selbst reagierte zurückhaltend: «Entscheidend ist, dass wir unseren Plan umsetzen und nicht nur Sprüche klopfen. Wenn die Aussagen mit dementsprechenden Leistungen auf dem Platz kombiniert werden, passt es», sagte Koller. «Man braucht Ergebnisse», meinte Koller am Donnerstagabend in München. Die Nummer zwei der Welt spiele daheim gegen die Nummer 55, «da ist der Abstand schon ziemlich groß.»

    Von Löws Siegesversprechen lässt sich Koller nicht beeindrucken: «Er kann sich ja nicht hinstellen und sagen, Österreich ist Favorit und wir haben Angst. Die Deutschen sind klarer Favorit und im Anflug auf Brasilien, aber wir hoffen schon, dass wir danach über diese Aussage schmunzeln können.» Einige deutsche Tugenden würde der Schweizer auch seinen Kickern gerne nahebringen: «Die Konsequenz in den Aktionen, die Verbissenheit, auf ein Ergebnis zu spielen und die Fähigkeit, immer noch zulegen zu können, sind wichtig.»

    7000 rot-weiß-rote Anhänger - Rekord für ein Auswärtsspiel laut österreichischem Verband - werden unter den 68 000 Zuschauern in der Münchner Arena sein. «Ich hoffe, dass wir die Österreicher unter den vielen Deutschen heraushören und sie sich die Kehle heiser schreien», sagte Koller.

    Zeiten, in denen Österreich als Fußball-Spaßfigur gesehen wurde, sind für die Spieler vorbei. «Der Respekt ist größer geworden», sagte Martin Harnik (VfB Stuttgart). Und Sebastian Prödl (Werder Bremen) ergänzte: «Die Witze sind weniger geworden, wir haben uns diesen Respekt aber auch erarbeitet.» Vielleicht auch ein Grund, warum Córdoba 1978, das jahrzehntelang das Fußball-Selbstbewusstsein der Alpenländer nährte, langsam verblasst. Bei der damaligen WM hatten die Österreicher in der Zwischenrunde 3:2 über den großen Bruder gesiegt. Einzig das Magazin «News» nimmt sich des Themas unter dem Titel «Uns bleibt immer noch Córdoba. Aber was bleibt euch?» an - allerdings in einer soziologischen Abhandlung des Kulturchefs.

    Arnautovic bei Facebook

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