Archivierter Artikel vom 30.01.2012, 14:25 Uhr

Wintersport-Trends: Von Rockerski bis Rodeln

München (dpa/tmn). Rockerski, Splitboards und Rodeln: Das wird in der Wintersaison 2012/2013 angesagt sein. Zumindest, wenn man den Ausstellern und Experten auf der Wintersportmesse Ispo in München (29. Januar bis 1. Februar) glauben darf.

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Neue Ski-Trends
Bei Ispo sind die neuesten Ski-Trends zu sehen. (
Foto: Tobias Hase) – DPA

München (dpa/tmn) – Rockerski, Splitboards und Rodeln: Das wird in der Wintersaison 2012/2013 angesagt sein. Zumindest, wenn man den Ausstellern und Experten auf der Wintersportmesse Ispo in München (29. Januar bis 1. Februar) glauben darf.

Rockerski halten auf der Piste Einzug

Rockerski halten auf den Pisten Einzug. Während die Technologie der nach oben gebogenen Skispitzen und Skienden bislang vor allem für das Fahren abseits der präparierten Pisten eingesetzt wurde, kommt sie nun auch beim klassischen Pistenski zum Einsatz, wie sich auf der Wintersportmesse Ispo in München (29. Januar bis 1. Februar) zeigt. «Die Rockertechnologie hat sich fest etabliert», sagte Andreas König vom Deutschen Skiverband. Kein namhafter Skihersteller verzichtet in der Wintersaison 2012/2013 mehr auf die Rockertechnologie. Einige Firmen wie zum Beispiel Atomic haben fast ihr komplettes Sortiment entsprechend umgestellt. Als letzter Hersteller hat auch Head nachgezogen. Fischer präsentiert auf der Ispo eine Hybrid-Variante. Per Knopfdruck kann der Skifahrer vom Rockermodus in den Normalmodus umschalten.

Splitboards weiter auf dem Vormarsch

Splitboards sind weiter auf dem Vormarsch. Die Hersteller nehmen die zweigeteilten Bretter für Snowboarder verstärkt in ihr Programm auf, wie auf der Ispo zu sehen ist. Mit den Splitboards steigen Wintersportler wie mit Tourenski den Berg hinauf. Mit wenigen Handgriffen verwandeln sich die Bretter für die Abfahrt zum Snowboard. Ansonsten verschwimmt wie bei den Skiern auch bei den Snowboards die starre Trennung zwischen Rocker- und herkömmlicher Bauweise. Boards mit nur einer Technologie werden immer seltener. Viele Hersteller haben Hybridmodelle entwickelt. Farblich dominiert werden die Bretter von kräftigen Farben und klaren Optiken. Einzelne Marken haben sogar einfarbige Snowboards im Angebot. Bei den Snowboardschuhen geht der Trend zu immer leichteren Modellen.

Experte: Rodeln erlebt «eine Renaissance»

Christoph Ebert, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Sport Gesundheit Technologie in Garmisch-Partenkirchen, hat einen neuen Trend ausgemacht: Rodeln. «Die Bahnen sind in den vergangenen Jahren viel besser geworden», sagte Ebert auf der Ispo. Entweder würden im Winter eigens Rodelstrecken gebaut, andernorts rüsteten Gemeinden dafür Forststraßen um. «Rodeln erlebt gerade wieder eine Renaissance», ist sich Ebert sicher. Die Vorzüge des Sports liegen für Ebert auf der Hand. «Beim Rodeln brauche ich keinen großen Aufwand zu betreiben.» Anders als beim Skifahren müsse zum Beispiel kein schweres Gerät geschleppt werden, meist gebe es Schlitten direkt am Lift auszuleihen. Daneben seien keine großen Vorkenntnisse nötig.

Smartphones halten auf der Piste Einzug

Das Smartphone erobert die Skipiste. Mehrere Firmen stellen Zubehör für das Telefonieren und mobile Surfen im Internet vor. Die Firma Leki hat zum Beispiel einen Tourenhandschuh entwickelt, mit dem Touchscreens bedient werden können. Möglich macht dies eine spezielle Beschichtung der Fingerkuppen von Daumen und Zeigefinger. Rossignol setzt auf die Nase zur Steuerung einer App, die die gefahrene Strecke aufzeichnet. Die großen Skibrillenhersteller wie Uvex, Alpina oder Scott haben Modelle auf dem Markt, in denen am unteren Rand ein Bildschirm Informationen anzeigt. So lässt sich die Brille zum Beispiel als Navigationsgerät auf der Piste nutzen. Dank Bluetooth-Verbindung können so beim Skifahren auch Mails im Helm gelesen oder Anrufe angenommen werden. Experten warnen jedoch auch vor den Risiken. «Skifahrer sollten eigentlich Skifahren und sich nicht von anderen Dingen ablenken lassen», sagt Andreas König.

Ispo-Webseite

Skier vor dem Kauf testen

Wintersportler sollten neue Skier vor dem Kauf testen. Auch wenn der Kunde darauf laut Gesetz keinen Anspruch habe, sollte er den Händler danach fragen, rät Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV) auf der Ispo. Im Praxistest lasse sich viel besser herausfinden, ob der Ski der richtige ist. Etliche Händler verlangten für die Testfahrt eine Gebühr, um damit «Dauertester» abzuschrecken. Die Gebühr werde in der Regel aber beim Kauf verrechnet, so König.