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    Wiesbaden klagt gegen neue Rheinbrücke

    Die Stadt Wiesbaden wird Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des hessischen Wirtschaftsministeriums zum Ausbau der A643 - sprich: der Schiersteiner Brücke - erheben. Sie will die Anwohner vor dem immer stärker werdenden Lärm schützen.

    Bis 2018 soll die alte Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden durch einen sechsspurigen Neubau ersetzt sein.
    Bis 2018 soll die alte Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden durch einen sechsspurigen Neubau ersetzt sein.
    Foto: Andreas Arnold

    Wiesbaden/Mainz - Die Stadt Wiesbaden wird Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss des hessischen Wirtschaftsministeriums zum Ausbau der A 643, sprich der Schiersteiner Brücke, erheben, um die Anwohner vor dem immer stärker werdenden Lärm zu schützen.

    Bis 2018 soll die Brücke neu gebaut sein, sechs Spuren sollen dann den etwa 100 000 Fahrzeugen zur Verfügung stehen, die täglich den Rhein zwischen Mainz-Mombach und Wiesbaden-Schierstein überqueren.

    Mehr Fahrzeuge bedeuten mehr Lärm. Das Land Hessen will einen verbesserten Lärmschutz jedoch nicht gewähren.

    Plötzlich sollen die Schutzwände niedriger werden

    Lärmschutzwände von nur noch 225 Metern Höhe sind geplant. In einem Entwurf waren laut Bürgermeister Arno Goßmann (SPD) noch 260 Meter vorgesehen. Doch die Stadt Wiesbaden fordert einen Lärmschutz für die gesamte Brücke. Und auch einen Lärmpakt von Bund, Land und Kommune, den Wiesbaden einst vorgeschlagen hatte, will das Land nicht. Der Bund sei für den Ausbau von Autobahnen zuständig, daher könne man einem solchen Pakt nicht beitreten, heißt es.

    Jetzt greift die Stadt zum letzten Mittel, um einen besseren Lärmschutz zu erzwingen, und zieht vor den Verwaltungsgerichtshof in Kassel.

    Während Stadt und Anwohner auf die Entscheidung des Gerichts hoffen, wartet Walter Richters, stellvertretender Ortsvorsteher und Sprecher der Schiersteiner Grünen, darauf, dass ein Bebauungsplan für das Gelände des ehemaligen Gelatine-Werks Stoess - besser bekannt als Knochenmühle - erstellt wird. Die Veränderungssperre für das Gebiet ist ausgelaufen.

    "Jetzt kann jeder Investor kommen, der Lust hat. Und das darf nicht sein", sagt Richters. Man habe bereits schlechte Erfahrungen mit einem Multi-Service-Center an der Rheingaustraße gegenüber gemacht. "Dort gibt es eine Tankstelle, einen Getränkeladen, eine Waschanlage und einen Tedi-Discount." Für das Gebiet der Knochenmühle wolle man eine hochwertigere Bebauung.

    Sorge: Ohne Lärmschutz bleiben hochwertige Unternehmen aus

    Doch ein Bebauungsplan für das Gelände könne vorerst nicht erstellt werden, sagt Stadtplanungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD). Solange jedenfalls die Lärmproblematik an der Schiersteiner Brücke nicht geklärt ist. Sie weist auf eine Rahmenplanung hin, die die Stadtverordneten 2006 beschlossen hatten. Demnach soll auf dem Gelände der ehemaligen Knochenmühle hochwertiges Gewerbe angesiedelt werden.

    "Es geht hierbei nicht um Tankstellen. Auch Arbeitsplätze sollen dort entstehen." eeignet für Wohnungen, wie Richters sie sich wünscht, ist das Gebiet jedoch laut Möricke wegen des Lärms nicht. Wenn sich da nichts tut, "dann wird sich am Schiersteiner Osthafen auch kein anspruchsvolles Gewerbe ansiedeln", fügt sie hinzu.

    Ute Fiedler

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