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    Wie werde ich Technische/r Produktdesigner/in?

    Vom Auto bis zur Küche: Technische Produktdesigner sind gefragt. Mitbringen sollten Berufsanfänger räumliches Vorstellungsvermögen, viel technisches Verständnis – und die Bereitschaft, auf Kundenwünsche und immer neue Anforderungen einzugehen.

    Erstellung einer Zeichnung am PC
    Rechner statt Bleistift: Im Rahmen ihrer Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin hat Lisa Marie Schott auch das Zeichnen mit der Hand gelernt. Meistens arbeitet sie aber am Computer.
    Foto: Frank – dpa

    Fulda (dpa/tmn). Der Vater Hobbyschrauber, der ältere Bruder Schlosser: Lisa-Marie Schott war in ihrer Familie immer von Technik umgeben. „Ich war als Kind schon sehr auf Autos fixiert“, erzählt die 22-Jährige.

    3D-Maus
    Spezialgerät zum Zeichnen: Mit solchen 3D-Mäusen entwerfen Technische Produktdesigner ihre Computermodelle.
    Foto: Frank Rumpenhorst – dpa

    Nach dem Abitur wurde klar, dass sie ihrer Liebe zur Technik auch beruflich folgen wollte. Die Wahl fiel auf eine dreieinhalbjährige duale Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin. Die absolviert Schott bei der EDAG in Fulda, einem Ingenieurs-Dienstleister für die internationale Automobilindustrie.

    Arbeit in der Werkstatt
    Inklusive Handarbeit: Die Arbeit Technischer Produktdesigner findet vor allem im Büro statt. Teil der Ausbildung von Lisa Marie Schott bei der Edag war aber auch ein Grundlagenkurs in der Werkstatt. F
    Foto: dpa

    Die Ausbildung zum Technischen Produktdesigner gibt es erst seit dem Jahr 2005. 2011 ging der Technische Zeichner im Technischen Produktdesigner auf. Statt des Zeichenbretts stehen bei der modernisierten Ausbildung sogenannte CAD-Verfahren im Mittelpunkt, also das rechnergestützte Konstruieren, erklärt Markus Bretschneider vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Trotzdem lernen die Auszubildenden noch das Zeichnen per Hand.

    Vorstellung einer Präsentation
    Großer Auftritt: Technische Produktdesignerinnen wie Lisa Marie Schott müssen Entwürfe nicht nur zeichnen und berechnen, sondern sie auch vor Kunden präsentieren.
    Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

    Mitbringen sollten Auszubildende Interesse an Technik und räumliches Vorstellungsvermögen. Weitere Voraussetzungen seien Kommunikationsfreude, hohe Lernbereitschaft und Flexibilität, ergänzt Michael Noll, bei der EDAG verantwortlich für den Ausbildungsbereich der Produktentwicklung.

    Michael Noll und Lisa Marie Schott
    Ausbilder und Auszubildende: Michael Noll im Gespräch mit der angehenden Produktdesignerin Lisa Marie Schott.
    Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

    Nach Angaben des BIBB entscheiden sich in Deutschland pro Jahr zwischen 2600 und 2700 junge Menschen für eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner. „Die stabilen Ausbildungszahlen deuten darauf hin, dass der Beruf relativ robust ist, was Konjunkturschwankungen betrifft“, erklärt Michael Assenmacher, Referatsleiter für technische Berufe beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

    Werken an technischen Geräten
    Lisa Marie Schott war schon in der Schule sehr an Technik und Physik interessiert – ideale Voraussetzungen für die Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin.
    Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

    Der Beruf teilt sich in zwei Fachbereiche: Rund 2000 Auszubildende starten pro Jahr im Maschinen- und Anlagenbau. Im Mittelpunkt steht dabei die Konstruktion von Maschinen jeglicher Art – beispielsweise für die Autoindustrie oder den Schiffsbau. Der zweite, kleinere Fachbereich ist die Produktgestaltung und -konstruktion – vom Fahrzeugbau über Möbel bis zur Kaffeekanne.

    Arbeit am PC
    Die angehende Technische Produktdesignerin Lisa Marie Schott an ihrem Arbeitsplatz bei der Edag in Fulda. Unter anderem arbeitet sie an der Verkleidung einer B-Säule für Autos.
    Foto: Frank Rumpenhorst – dpa

    Für diese Richtung hat sich auch Lisa-Marie Schott entschieden. Im dritten Lehrjahr arbeitet die Auszubildende zum ersten Mal an einem eigenen Bauteil: der Verkleidung einer B-Säule als Verbindung zwischen Fahrzeugboden und Dach. Bei der Gestaltung und Konstruktion solcher Produkte spielt auch das Präsentieren der Entwürfe vor Kunden eine große Rolle. Deswegen sollten Technische Produktdesigner auch sprachliches Ausdrucksvermögen mitbringen, sagt Bretschneider.

    Lisa Marie Schott
    Lisa Marie Schott macht ihre Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin bei der Edag in Fulda.
    Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

    Doch nicht nur die Wünsche der Kunden beschäftigen Technische Produktdesigner, auch die Anforderungen der Ingenieure und anderer Abteilungen eines Unternehmens. „Eine Herausforderung ist es, das alles zu erfassen und dann auch noch seine eigene Kreativität einzubringen“, sagt Assenmacher. Gerade diese Interdisziplinarität sei das Spannende an diesem Beruf.

    Lisa Marie Schott
    Von Anfang an Technik-Fan: Mit der Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin hat Lisa Marie Schott ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht.
    Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

    Auszubildende verdienen nach Angaben der Agentur für Arbeit je nach Lehrjahr zwischen 400 und rund 1200 Euro monatlich. Bei der EDAG liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung bei 2400 Euro, sagt Noll. In der Praxis verfügt laut BIBB-Experte Bretschneider knapp die Hälfte der Auszubildenden über eine Hochschulreife. Vorgeschrieben sei aber keine bestimmte Schulbildung.

    Auch bei der EDAG werden hauptsächlich Abiturienten und gute Realschüler eingestellt, sagt Noll. Und fast alle bilden sich nach der Ausbildung weiter – entweder als Techniker für Karosserie- und Fahrzeugtechnik oder innerhalb eines dualen Studiums im Bereich Maschinenbau. „Die Entwicklungsmöglichkeiten sind enorm.“

    Job-Steckbrief im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit

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