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    Wie werde ich...? Mechatroniker für Kältetechnik

    München/Siegburg (dpa/tmn) – Wenn die Klimaanlage streikt, müssen Mechatroniker für Kältetechnik anrücken. Diese Experten hießen früher Kälteanlagenbauer. Die Ausbildungsverordnung wurde jedoch vor drei Jahren reformiert, der Beruf umbenannt.

    Mechatroniker für Kältetechnik kümmern sich um alles, was mit Kühlen zu tun hat. Sie arbeiten in Supermärkten an den Kühltruhen, damit Quark, Käse und Co. frisch bleiben, aber auch in großen Kühlhäusern, Server- oder Büroräumen.

    «Es ist ein Beruf, bei dem man sehr viel unterwegs ist», sagt die Berufsberaterin Gertraud Wurm von der Agentur für Arbeit in München. Arbeit mit dem und für den Kunden sei hier das A und O. Klimaanlagen gibt es mittlerweile fast überall – ob in Bussen, Hotelzimmern oder Krankenhäusern. Das bedeutet viel Abwechslung im Berufsalltag.

    Gefragt ist sowohl handwerkliches Geschick als auch technisches Verständnis. «Es geht nicht nur ums Reparieren, sondern auch um die Montage», erklärt Gertraud Wurm. Zudem braucht man Menschenkenntnis und soziale Kompetenz. Schließlich hat der Mechatroniker fast täglich Kundenkontakt. Umweltfragen müssen ebenso im Blick behalten werden – Klimaanlagen brauchen viel Energie.

    Während der Ausbildung befassen sich die Jugendlichen mit ganz verschiedenen Themen. Dazu gehören nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in Bonn Steuerungs- und Regelungstechnik, Klimatechnik, Netzwerktechnik und Systemsteuerung durch Computer, aber auch Umweltschutz und Sicherheit. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre – die Praxis lernen die Azubis im Betrieb, die Theorie in der Berufsschule.

    Die Ausbildungsbetriebe setzen mindestens einen Hauptschulabschluss voraus. «Wer Abitur hat, ist ein Jahr eher fertig», sagt Peter Bachmann vom Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks in Siegburg bei Bonn. Neben Spaß im Umgang mit Menschen sollten die angehenden Mechatroniker für Kältetechnik sich auch für die Arbeit am Computer interessieren. Vielseitigkeit sei gefragt, um je nach Kundenwunsch die Planung zu übernehmen, die Geräte aufzustellen und später auch zu warten.

    Meistens bedarf es individueller Lösungen, Kühlanlagen sind oft Unikate. Das können zum Beispiel Anlagen sein, die bei der staubfreien Computerchip-Produktion eingesetzt werden, sagt Bachmann. Aber auch in Betrieben, wo Energie eingespart werden soll, kommen die Kühlexperten zum Einsatz. Interesse für Physik, Chemie und Mathe ist gefragt.

    «Der Mechatroniker für Kältetechnik kümmert sich auch darum, dass in Operationssälen die Luft gekühlt und keimfrei ist», erklärt Bachmann. Die Arbeit gilt als anspruchsvoll, die Nachfrage nach Fachkräften als hoch, sagen Bachmann und Wurm übereinstimmend. Azubis hätten gute Aussichten, eine Stelle zu finden. «Es ist ein Beruf, wo gute Kräfte wirklich gebraucht werden», betont Berufsberaterin Wurm. Nach ihrer Erfahrung kennen viele Jugendliche diesen Beruf gar nicht und hören in der Arbeitsagentur das erste Mal davon.

    Die Azubis werden in aller Regel tariflich bezahlt und bekommen im ersten Lehrjahr im Schnitt zwischen 300 und 500 Euro pro Monat, abhängig vom Bundesland. Im vierten Ausbildungsjahr ist es dann etwas mehr. Nach der Ausbildung kann das Tarifgehalt laut der Agentur für Arbeit zwischen 2013 und 2384 brutto im Monat liegen. Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie das 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt.

    Informationen: Bundesinnungsverband des Deutschen Kälteanlagenbauerhandwerks, Bahnhofstraße 27, 53721 Siegburg.

    Infos zum Beruf: www.biv-kaelte.de

    Fort- und Weiterbildung

    Mechatroniker für Kältetechnik haben nach ihrer Ausbildung viele Weiterbildungsmöglichkeiten, sagt Berufsberaterin Gertraud Wurm von der Agentur für Arbeit in München. Beispiele seien der Brandschutz oder die Kälte- und Steuerregelung. «Ich kann aber auch eine Meisterausbildung draufsetzen, eine Technikerausbildung machen oder studieren.» Infrage kommen Studiengänge wie Ingenieurwesen. Nach der Gesellenprüfung ist aber auch die Meisterschule möglich.

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    Bettina Tollkamp

    Bettina Tollkamp

     

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