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Gütersloh

Wie werde ich...? Lichtdesigner

Wie setze ich den Raum am besten in Szene? Mit dieser Frage wendet sich die Inneneinrichterin Herret von Haeften aus Hamburg zumindest bei größeren Projekten regelmäßig an Lichtplaner, die auch Lichtdesigner genannt werden.

«Die wichtigste Rolle beim Fernsehen hat der Beleuchter», sagt von Haeften, die bei einem privaten Fernsehsender als Art Director gearbeitet hat. Und so sei es auch im Architekturbereich: «Beleuchtung, Inszenierung und Außenlichtplanung spielen heute eine sehr wichtige Rolle.» Dafür sei Expertise gefragt.

Es ist ein junger Berufsstand, der noch um Anerkennung kämpfen muss: «Jeder kann sich Lichtdesigner oder auch Lichtplaner nennen. Der Titel ist nicht geschützt, das wollen wir ändern», sagt Alison Ritter, Geschäftsstellenleiterin der Professional Lighting Designers Association, kurz PLDA. Der Verband sitzt in Gütersloh, ist aber weltweit organisiert. Was die rund 600 freien Lichtplaner und 200 Studenten im PLDA eint, ist ein neuer professioneller Ansatz: «Es geht nicht um das technisch Mögliche, sondern um menschliche Bedürfnisse, die ein Lichtplaner hinterfragt, bei der Planung berücksichtigt und dann technisch realisiert», erklärt Ritter.

Die Innenarchitektin Sophia Klees in Berlin hat ein Masterstudium Architectural Lighting Design an der Hochschule Wismar begonnen: «Licht kann heilen, ebenso wie ungünstige Lichtverhältnisse krankmachen können», sagt sie. Die Fakultät Gestaltung in Wismar kennt Klees schon aus ihrem Studium der Innenarchitektur. Dort belegte sie auch ein Lichtplanungs-Projekt – dabei ist der Funke übergesprungen: «Es geht ja nicht darum, Räume komplett auszuleuchten, sondern Raumsituationen mit echter Lebensqualität zu schaffen. Das ist faszinierend.»

Die Verbindung zwischen Technik und Gestaltung in dem viersemestrigen Vollzeitstudium sei eine besondere Herausforderung, sagt Prof. Michael F. Rohde von der Hochschule. Im ersten Studienjahr analysieren die Studierenden, wie sie die Lichtverhältnisse durch Form, Farbe und Materialwahl beeinflussen können und welche ästhetischen, aber auch psychischen Wirkungen das hat. Im dritten Semester machen sie ein Auslandspraktikum. Sophia Klees will sich um ein Praktikum in San Francisco oder New York bewerben.

Die Branche ist international vernetzt, gleichzeitig muss sie geografische und kulturelle Unterschiede kennen und berücksichtigen. Technisches und physikalisches Wissen sind die Basis. Raumverstehen, psychologische Kenntnisse und Kommunikationsstärke müssen hinzukommen, sagt Prof. Rohde. «Lichtplaner sind kommunikative Leute, sie arbeiten mit Bauherren, Architekten oder auch Medizinern zusammen.» Hinzu kommen Gespräche mit Politikern und Behörden.

Webauftritt des Verbands der Lichtdesigner: www.pld-a.org/888.0.html

Lichtdesign lässt sich auch studieren

Die ersten Lichtplaner waren Theaterleute: Als Architekten in den 60er Jahren erkannten, dass sie mehr Atmosphäre in die Räume bringen mussten, holten sie Beleuchtungsmeister von den Bühnen und fragten sie um Rat. Die ersten eigenen Büros entstanden in Deutschland vor gut 30 Jahren. Inzwischen gibt es einen grundständigen Studiengang Lighting-Design in Hildesheim und den weiterführenden Master Architectural Lighting Design in Wismar. Nach dem Studium arbeiten die Lichtdesigner in freien Planungsbüros, bei Lampen- oder Leuchtenherstellern oder in Architektur- oder Innenarchitekturbüros. Als Berufseinsteiger verdienen Lichtdesigner zwischen 750 und 1500 Euro im Monat, nach einjähriger Berufserfahrung zwischen 1000 und 2250 Euro, so der Berufsverband PDLA in Gütersloh.

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