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    Hamburg

    Wie werde ich...? Kaffeefachkraft

    Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken in Deutschland. Ohne den Muntermacher kann der Tag für viele gar nicht richtig beginnen. Entsprechend viele Jobs gibt es in der Kaffeebranche.

    Sie reichen vom Handel über das Marketing bis hin zum Barista, der in Coffeeshops das «braune Gold» kunstvoll zubereitet. «Der Handel mit Kaffee ist ein sehr hanseatisch-aufrichtiges Geschäft mit großer Tradition», sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes in Hamburg.

    «Außerdem verfügt es auch in Krisenzeiten über eine große Beständigkeit und Sicherheit.» Schließlich trinken die Bundesbürger im Schnitt rund 148 Liter Kaffee pro Jahr – Tendenz steigend. Das schafft jede Menge Jobs: «Bis zu 10 000 Arbeitsplätze sind mittel- oder unmittelbar mit dem Kaffeekonsum verbunden.»

    Damit der Kaffee nach Deutschland gelangt, sind Fachkräfte im Rohkaffeehandel gefragt. «Diese Händler absolvieren meist eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann», erklärt Preibisch. Klassischerweise erfolge die Ausbildung in einem Kaffeeunternehmen oder bei einem Betrieb mit diesem Schwerpunkt.

    «Nach ihrem Abschluss arbeiten sie dann als Rohkaffeeimporteur und -makler», sagt Preibisch. Das bedeutet, dass Händler viele Bohnenproben geliefert bekommen und sie auf Qualität und Geschmack prüfen. «Die Händler eruieren dann, welche Rösterei welchen Kaffee braucht und vermitteln den entsprechenden Rohkaffee.»

    Wer mehr mit betriebswirtschaftlichen Aspekten in einem Kaffeeunternehmens zu tun haben möchte, kann zum Beispiel an der privaten Northern Business School (NBS) in Hamburg das Studium «Coffeemanagement» absolvieren, das in Kooperation mit dem Deutschen Kaffeeverband angeboten wird.

    «Es ist ein Wochenendstudium, bei dem Studenten sieben Semester lang freitagabends und samstags Vorlesungen haben», erläutert Marc Petersen von der NBS. Dabei lernen sie viel «vom Weg der Kaffeebohne von der Plantage bis in die Tasse». Das Studium kostet 280 Euro im Monat.

    Eine weitere Möglichkeit ist, etwa nach einem BWL-Studium in die Marketingabteilung eines Kaffeeunternehmens zu gehen. «Dort ist man dann unter anderem für Markterschließung und Kundenbindung durch Werbekampagnen zuständig», erklärt Preibisch.

    In eine ganz andere Richtung können Biologen sowie Lebensmitteltechniker und -chemiker gehen. Sie prüfen in Unternehmen oder an Hochschulen die Qualität des Rohkaffees sowie des fertigen Produkts und untersuchen, ob der Kaffee frei von Pestiziden oder Fremdstoffen ist.

    Auch die Unternehmen, die Kaffee verarbeiten, bieten Ausbildungsplätze an. Tchibo beispielsweise bildet derzeit eigenen Angaben zufolge mehr als 130 Azubis aus. Dort lernen angehende Fachkräfte für Lebensmitteltechnik das richtige Lagern, Vorbehandeln und die Qualitätsprüfung von Lebensmitteln. Außerdem wird ihnen beigebracht, die computergesteuerten Produktionsanlagen zu bedienen und zu überwachen, die für das Herstellen von Kaffee wichtig sind.

    Laut der Bundesagentur für Arbeit sind diese Fachkräfte damit «Multitalente im Lebensmittelbereich». Lebensmitteltechniker sollten sich den Angaben zufolge nicht für Kaffee interessieren, sondern auch für das Bedienen technischer Geräte und Maschinen. Ihr Job ist es auch, Waren zu lagern und zu verpacken, Proben im Labor zu untersuchen sowie Geschmacks- und Geruchstests zu machen.

    Doch auch die Kunst des Zubereitens von Kaffee will gelernt sein. Barista heißen solche Kaffeekünstler, die ein großes Wissen über das Getränk haben und wissen, wie man ihn zubereitet, verziert und serviert. «Das ist kein geschützter Beruf, deswegen gibt es bundesweit viele verschiedene Schulen mit unterschiedlichen Zertifikaten», erklärt Stefanie Hoffmann, Leiterin der Berlin School of Coffee. An ihrer Schule können Interessenten beispielsweise innerhalb einer Woche die Grundlagen des Röstens, Milchaufschäumens sowie das richtige Bedienen von Kaffeemaschinen lernen.

    Flexibilität ist wichtig

    Kaffeefachleute müssen improvisieren können – egal, in welchem Bereich sie arbeiten. «Eine gewisse Flexibilität und Spontaneität sind in der Branche notwendig», sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Kaffeeverbandes. Immerhin sei Kaffee nicht immer sofort und auch nicht stets in derselben Qualität zu haben. «Das ist im Arbeitsalltag immer wieder eine neue Herausforderung, der man sich stellen und die man meistern muss.»

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