Archivierter Artikel vom 20.07.2011, 10:22 Uhr

Wie Eltern Spielzeug beim Kauf richtig testen

Berlin (dpa/tmn). Mit der neuen EU-Spielzeugrichtlinie sind krebserregende oder erbgutverändernde Stoffe in Spielsachen erstmals verboten. Eltern sollten beim Spielzeugkauf dennoch sehr aufmerksam sein – und am besten immer der Nase nach gehen.

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Beim Kauf am Spielzeug schnuppern
Spielzeuge, die riechen, enthalten in der Regel schädliche Inhaltsstoffe. (Bild: dpa)
Foto: DPA

Immer der Nase nach – dieses Motto sollten Eltern beim Spielzeugkauf beherzigen. Denn um Kinder vor Schadstoffen in Plastikfiguren oder Teddys zu schützen, schnuppern Eltern im Geschäft am besten einmal daran. «Achten Sie auf den Geruch», rät Renate Ehrnsperger von der Stiftung Warentest in Berlin. Spielzeuge, die riechen, enthielten in der Regel schädliche Inhaltsstoffe und sollten lieber nicht ins Kinderzimmer.

Mit der neuen EU-Spielzeugrichtlinie, die am Mittwoch (20. Juli) in Kraft getreten ist, sind krebserregende oder erbgutverändernde Stoffe erstmals grundsätzlich in Spielsachen verboten. Allerdings bekommen die EU-Länder noch weitere zwei Jahre Zeit, dies umzusetzen. Darüber hinaus werden bestimmte Duftstoffe gestrichen, die Allergien auslösen. In geringer Konzentration bleiben einige aber erlaubt, wenn Warnhinweise am Spielzeug angebracht werden. Diese müssen ab sofort übrigens deutlich zu sehen und leicht zu verstehen sein. Auch die Grenzwerte für gefährlichen Stoffen wie Quecksilber sind strenger.

Wollen Eltern auf Nummer sicher gehen, sollten sie beim Kauf jedes Spielzeug gründlich in Augenschein nehmen – und es nicht nur einmal kurz anfassen, empfiehlt Ehrnsperger, die Projektleiterin für den Bereich Spielzeug bei der Stiftung Warentest ist.

Bei Holzspielzeug kaufen Eltern besser unlackierte Produkte. Denn im Lack, der absplittern und im Magen des Kindes landen kann, stecken oft Schadstoffe, wie Untersuchungen der Warentester ergeben haben. Schädlich sind auch die häufig in Plastikspielzeug enthaltenen Weichmacher. Ehrnsperger empfiehlt daher, Hart- statt Weichplastik zu kaufen. «Das ist immer besser.»

Siegel geben Ehrnsperger zufolge nur bedingt Auskunft über die Sicherheit. Das CE-Zeichen sei zwar Pflicht, zeige aber nur die Erklärung des Herstellers an, sich an die geltenden gesetzlichen Vorgaben gehalten zu haben. «Das GS-Zeichen ist schon besser, weil die Produkte zumindest gelegentlich Fremdkontrollen unterzogen werden.» 100-prozentige Sicherheit garantiere es aber auch nicht.

Ein Spielzeug für Kleinkinder unter drei Jahren sollte außerdem so wenig Kleinteile wie möglich enthalten. Denn dabei besteht die Gefahr, dass das Kind sie schluckt und daran erstickt. «Wenn welche dran sind, dann sollten Eltern ziehen. Denn das macht das kleine Kind auch.» Lassen sich Teile lösen, bleibt das Spielzeug besser im Laden. Ähnliches gilt für den Flor von Plüschtieren: Dieser sollte sich nicht beim Hineingreifen lösen, denn auch solche Haare können Kinder verschlucken. Daher sind der Expertin zufolge auch aufgestickte Augen sicherer als etwa aufgenähte aus Kunststoff.

Zwar sei ein Markenprodukt nicht immer unbedingt besser als ein preiswerteres Spielzeug. «Aber ein bisschen Geld sollte man schon ausgeben», rät Ehrnsperger. Für bestimmte Sicherheitstests sei eben ein gewisser Preis nötig. In Ein-Euro-Shops finde sich dagegen immer wieder mal «negative Ware» – also Spielzeug, das Kinder ihrer Gesundheit zuliebe besser nicht in die Finger bekommen.