Archivierter Artikel vom 17.03.2011, 15:50 Uhr
Bochum

Wettskandal: Erste Urteile vor Ostern geplant

Im Wettskandal-Prozess sollen noch vor Ostern die ersten Urteile gesprochen werden. Das wurde jetzt vor dem Bochumer Landgericht bekannt. Ende März soll noch ein weiterer Zeuge aus dem Wettmilieu vernommen werden, danach sehen die Richter keinen weiteren Aufklärungsbedarf mehr.

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Wettskandal
Der Fußball-Wettskandal wird vor dem Landgericht in Bochum verhandelt.
Foto: DPA

Für die Angeklagten Nürettin G., Tuna A. und Stevan R. wäre das Verfahren damit nach rund sechsmonatiger Verhandlungsdauer zu Ende. Das Verfahren gegen Kristian S. soll dagegen fortgesetzt werden. Der Ex-Profi macht weiterhin von seinem Schweigerecht Gebrauch.

Trotz der immer noch bestehenden Wettbetrugs-Vorwürfe, will der 32-Jährige zurück ins Fußballgeschäft. Angeblich liegt ihm ein Angebot aus Athen vor. Nach Angaben seiner Verteidiger könnte Kristian S. als Europa-Scout für den griechischen Erstligisten AEK Athen und den zypriotischen Club Anorthosis FC tätig werden. Eine entsprechende Einladung zu einem Vorstellungsgespräch liege vor. Die Richter haben bereits zugesagt, dass der zurzeit arbeitslose Angeklagte die mehrtägige Auslandsreise antreten darf. Dazu soll ihm sein Ausweis ausgehändigt werden.

Kristian S. wertet die anstehenden Gespräche als Hoffnungsschimmer. Den Job als Spieler-Scout könnte er möglicherweise ungeachtet des noch laufenden Wettbetrugs-Prozesses ausüben. Verteidiger Udo Klaus Duits sieht die Reisegenehmigung der Richter vor allem als Vertrauensbeweis und Signal für einen guten Ausgang des Verfahrens. «Wäre er für eine heftige Strafe vorgesehen, hätte man ihn wohl nicht fliegen lassen.» Die Kosten für den Termin in Athen werden komplett übernommen. Kristian S. hat wegen der Manipulationsvorwürfe über ein Jahr in Untersuchungshaft gesessen.