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Frankfurt/Main

Wettskandal: DFB und DFL erhalten Akteneinsicht

dpa

Drei Wochen nach Bekanntwerden des Wettskandals haben die beiden Fußball-Dachverbände DFB und DFL Einsicht in die Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Bochum erhalten.

Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, haben DFB-Justiziar Jörg Englisch, Leiter der Task Force «Wett- und Spielmanipulation», und Robert Weise, Abteilungsleiter Sportgerichtsbarkeit, in Bochum alle relevanten Unterlagen in Empfang genommen. «Wir wollen, dass alle Täter auch tatsächlich überführt und Personen, die sich als unschuldig erweisen, schnell rehabilitiert werden», sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Derweil geraten immer mehr Spiele unter Manipulationsverdacht. Darauf deutet ein neuer Haftbefehl gegen einen Kaufmann aus dem Kreis Soest hin. In dem alten Haftbefehl war dem 34 Jahre alten Mann gewerbsmäßiger, bandenmäßiger Betrug in zwei Fällen vorgeworfen worden. Wie dessen Rechtsanwalt Hans A. Geisler der Deutschen Presse- Agentur dpa bestätigte, geht der neue Haftbefehl nun von neun Fällen aus. Geislers Mandant befindet sich seit drei Wochen in Untersuchungshaft.

Laut dem ersten, mittlerweile aufgehobenen Haftbefehl soll der Kaufmann zweimal versucht haben, auf Spieler des Regionalligisten SC Verl einzuwirken. So sollen die Partien von Verl aus der vergangenen Saison bei Borussia Mönchengladbach II (4:3) am 30. Mai 2009 und gegen den 1. FC Köln II (0:1) am 6. Juni 2009 betroffen gewesen sein. In Gladbach hatte Verl eine 3:0-Führung zunächst aus der Hand gegeben, durch ein Tor in der 89. Minute aber doch noch gewonnen. Ein Eigentor führte zur Niederlage in Köln.

«Wir sind der Staatsanwaltschaft Bochum dankbar, dass sie unserem Wunsch nach zeitnaher Akteneinsicht nunmehr nachgekommen ist. Wir hatten jederzeit Verständnis dafür, dass dies aus Rücksicht auf teilweise noch laufende Ermittlungen ein paar Tage in Anspruch genommen hat», sagte Zwanziger und kündigte an: «Unsere Juristen und der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses werden sich jetzt unverzüglich an die Auswertung der vorliegenden Akten machen.» Dies werde mindestens bis zum Beginn der kommenden Woche dauern. Alle weiteren Schritte würden sehr eng mit der Staatsanwaltschaft abgestimmt.

DFL-Präsident Reinhard Rauball hatte sich anfangs beklagt, dass die Staatsanwalt die Dachverbände nicht eingebunden hatten. DFB und DFL wollten möglichst schnell Akteneinsicht, hatten sich aber etwas gedulden müssen.

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