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Bonn

Wer stoppt Bamberg? Fleming-Team wie ein Uhrwerk

dpa

Chris Fleming ist ein Perfektionist. Der Trainer der Brose Baskets Bamberg lebt Basketball, auch nachdem sein Team am Wochenende beim Top Four in Bonn mit dem historischen Pokal-Hattrick bereits den fünften nationalen Titel nacheinander einfuhr.

Gestalter
Bambergs Trainer Chris Fleming hat erneut den Pokal gewonnen.
Foto: Marius Becker – DPA

Kurz darauf machte sich Fleming schon wieder Gedanken, wie er seine Mannschaft weiter verbessern könnte. Als die ganze Halle nach dem dramatischen Halbfinalsieg gegen Ulm noch von einem der besten Basketball-Spiele in Deutschland seit langer Zeit elektrisiert war, saß Fleming in der Pressekonferenz und kritzelte hektisch Skizzen und Notizen auf ein Blatt Papier.

Was das Geheimnis des Bamberger Erfolges sei, wurde der 42-Jährige gefragt. «Harte Arbeit», sagte Fleming – und niemand widersprach. Dem Baskets-Coach gelingt es nun schon seit drei Jahren, immer wieder ein Team zu formen, das wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert. Ein Rad greift ins nächste, auch weil die Stützen der Mannschaft nun schon länger zusammenspielen. «Diese Kontinuität hat sich auch gegen Ulm gezeigt, als in Casey Jacobsen, Anton Gavel und Tibor Pleiß drei Spieler die Partie entschieden haben, die schon lange hier sind», sagte Fleming.

Dem 82:73-Finalsieg gegen Gastgeber Bonn am Tag danach drückten dann in Julius Jenkins und Marcus Slaughter zwei der drei Neuzugänge ihren Stempel auf. Egal ob alt oder neu – für Bamberg kann jeder Profi ein Spiel im Alleingang gewinnen. «Unsere große Stärke ist die Ausgeglichenheit», sagte Nationalmannschaftscenter Tibor Pleiß, der mit seinen jungen 22 Jahren jetzt schon mehr Titel geholt hat, als die meisten Spieler in ihrer gesamten Karriere.

Dieser Hunger auf Erfolge ist eine weitere Stärke der Franken. «Der Sieg gibt uns noch mehr Selbstvertrauen. Jetzt haben wir den ersten Titel der Saison und werden den zweiten in Angriff nehmen», kündigte Pleiß im Konfettiregen nach dem Pokalsieg an. Auch Kapitän Jacobsen ließ mit der Trophäe in der Hand keine Zweifel aufkommen, dass er und seine Mitspieler immer noch heiß auf Erfolge sind. «Der Pokal ist eine schöne Sache. Doch was zählt, ist die Meisterschaft. Nur wenn wir die gewinnen, spielen wir auch in der kommenden Saison in der Euroleague.»

Die europäische Basketball-Königsklasse, die ist es, in der die Brose Baskets bislang noch nicht so recht Fuß gefasst haben. Auch in dieser Spielzeit gelang es dem ambitionierten Team trotz einiger Achtungserfolge nicht, die Zwischenrunde zu erreichen. International sind die Bamberger nach wie vor ein Leichtgewicht.

National scheint es dagegen niemanden zu geben, der das Fleming-Team vom dritten Double nacheinander abhalten könnte. «In einem Spiel sind die Bamberger vielleicht zu schlagen, das haben die Ulmer im Halbfinale gezeigt», sagte Bonns Trainer Michael Koch. «Aber in einer Serie über fünf Spiele, von denen drei auch noch in Bamberg stattfinden? Da kann ich dem Rest nur viel Glück wünschen», meinte der Europameister von 1993. Fleming nahm die lobenden Worte ohne Reaktion zur Kenntnis. In seinem Kopf dachte er bereits an den nächsten Gegner Phoenix Hagen.

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