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    Berlin

    Weltkrebstag: Halbe Stunde Sport am Tag schützt

    Krebs ist eine Volkskrankheit: Allein in Deutschland werden jährlich rund 450 000 Neuerkrankungen diagnostiziert. Dabei ließe sich etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen vermeiden - durch eine gesunde Lebensweise.

    Prostatakarzinomzelle
    Rauchen, zu viel Alkohol und Sonne sowie Fettleibigkeit sind die Hauptursachen für Krebs. Eine gesunde Lebensweise könnte rund ein Drittel aller Krebserkrankungen vermeiden. (Bild: dpa)

    Zum Weltkrebstag am Freitag (4. Februar) macht die Weltkrebsorganisation (UICC) auf die ungeheuren Zahlen aufmerksam: Etwa ein Drittel aller Krebserkrankungen könnte durch eine gesunde Lebensweise verhindert werden. Allein in Deutschland wären so bei rund 450 000 Neuerkrankungen pro Jahr etwa 180 000 Krebsdiagnosen vermeidbar.

    Hauptursache für eine Krebserkrankung sind nach UICC-Angaben Tabakkonsum, zu viel Alkohol, hohe Sonnenbelastung und Fettleibigkeit. «Wir müssen die Menschen zu mehr Verantwortung im eigenen Leben bewegen», mahnt Prof. Werner Hohenberger, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft in Berlin. Schon 30 Minuten aktive Bewegung pro Tag würden für einen Erwachsenen ausreichen, um das Erkrankungsrisiko für viele Krebsarten zu senken. Für Kinder und Jugendliche empfehlen die Experten 60 Minuten. «Wir haben heute gute Daten, die den Nutzen von Bewegung zur Krebsvermeidung belegen», sagte Hohenberger.

    Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft im Kampf gegen Krebs zu einem gesünderen Lebensstil auf. «Physische Bewegung spielt bei der Verringerung des Auftretens gewisser Krebsarten eine starke Rolle», erklärte WHO-Gesundheitsexpertin Ala Awan in Genf. Nach Angaben der Organisation gehen 21 bis 25 Prozent der weltweiten Brustkrebs- und Dickdarmfälle auf Bewegungsmangel zurück. «Bewegungsarmut gehört zu den vier führenden Risikofaktoren für alle weltweiten Todesfälle.» Der WHO zufolge könnten rund 150 Minuten Bewegung pro Woche das Brust- und Darmkrebsrisiko senken. Die Organisation empfiehlt unter anderem Spaziergänge und Jogging.

    Laut UICC kann außerdem die Teilnahme an Früherkennungsprogrammen die Todesfallrate durch Krebs senken - um ein Drittel. Denn Tumoren würden dann oft früh und in heilbarem Stadium erkannt. Für Deutschland würde das 70 000 Todesfälle weniger bedeuten. «Und trotz dieses Wissens sind die Teilnahmeraten erschütternd. Gerade mal jede zweite Frau und jeder fünfte Mann nehmen die Chancen der Krebsfrüherkennung wahr», kritisiert Hohenberger. Hier müsse die Politik die Menschen stärker in die Pflicht nehmen.

    Wie die Situation der Erkrankungen weltweit aussieht, hat die amerikanische Krebsgesellschaft (American Cancer Society) untersucht. In ihrem Bericht, in dem zwei Studien zusammengefasst wurden, wird geschätzt, dass sich die Zahl der Krebsfälle bis 2030 fast verdoppeln wird. Die Ursache hierfür sehen die Forscher vor allem in demografischen Veränderungen - also der wachsenden und alternden Weltbevölkerung. Aber auch hier heißt es, ein ungesunder Lebensstil könnte eine entscheidende Rolle beim Anstieg der Erkrankungen spielen.

    In dem Bericht werden auch Unterschiede in Industrie- und Entwicklungsländern aufgezeigt. In letzteren werden Krebserkrankungen häufig mit Infektionen in Verbindung gebracht: Dazu zählen Magen- und Lebertumore beim Mann und Gebärmutterhalskrebs bei der Frau. Während in den meisten Industrieländern die Zahl der Lungenkrebsfälle bei Männern zurückgeht, steigen sie in China und einigen afrikanischen Staaten - eben dort, wo immer mehr geraucht wird.

    Der diesjährige Weltkrebstag stellt insbesondere die Sonne und ihre Wirkungen auf die Haut in den Mittelpunkt.

    Webseite der Deutschen Krebsgesellschaft

    UICC-Seite zum Weltkrebstag (engl.)

    WHO-Empfehlungen (engl./span./franz./russ./chin.)

    Krebs kostet 6,7 Jahre

    Sechseinhalb Jahre verkürzt eine Krebserkrankung im Durchschnitt das Leben eines Menschen. Patienten mit einem bösartigen Tumor starben 2009 im Mittel mit 73,6 Jahren - und damit 6,7 Jahre eher als der Bevölkerungsdurchschnitt, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. 216 128 Menschen starben 2009 an einem bösartigen Tumor, 116 711 Männer und 99 417 Frauen. Damit war jeder vierte Todesfall auf eine Krebserkrankung zurückzuführen.

    Die Zahlen seien seit Jahren weitgehend konstant, sagte Destatis-Mitarbeiterin Silvia Schelo. Lungen- und Bronchialkrebs sind weiterhin die häufigste Krebsart mit Todesfolge. Daran starben 42 221 Menschen. Ein Viertel aller Krebs-Toten war jünger als 65 Jahre. Bei den 45- bis 65-Jährigen war die Krebserkrankung mit 41 Prozent aller Sterbefälle die bedeutendste Todesursache.

    Kleine Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern: Bei Männern war in 7,2 Prozent aller Sterbefälle ein bösartiger Tumor in Lunge oder Bronchien Todesursache, gefolgt von Prostata-Krebs mit drei Prozent. Frauen starben am häufigsten an Brustkrebs (3,8 Prozent) und am zweithäufigsten an Lungen- und Bronchialkrebs (2,9).

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