Archivierter Artikel vom 22.10.2010, 14:06 Uhr

Wechsel-Saga beendet – Rooney bleibt bei ManU

London (dpa). Die filmreife «Wayne-Rooney-Saga» ist vorbei, bevor sie recht begonnen hatte: Der 24 Jahre alte Stürmerstar unterschrieb bei Manchester United überraschend einen neuen Fünf-Jahres-Vertrag.

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Kehrtwende
Stürmerstar Wayne Rooney verlängerte nun doch seinen Vertrag bei Manchester United.

Der Nationalspieler bindet sich damit bis mindestens Juni 2015 an den englischen Spitzenclub, sein bisheriger Vertrag wäre im Sommer 2012 ausgelaufen. «Ich habe mit dem Trainer und den Club-Eignern gesprochen, und sie haben mich überzeugt, dass ich hierher gehöre», ließ sich Rooney auf der Internetseite des Vereins zitieren.

Was genau hinter dem Hin und Her steckt, war zunächst unklar. Sicher scheint, dass Rooney und sein Berater eine massive Gehaltserhöhung bei der amerikanischen Familie Glazer durchgesetzt hat. Die Familie hatte den Verein 2005 übernommen.

Die britische Presse spekulierte, dass der Stürmerstar, der zuletzt mit einer Affäre im Rotlichtmilieu während der Schwangerschaft seiner Frau Schlagzeilen gemacht hatte, sein Wochengehalt auf mindestens 180 000 Pfund mehr als verdoppelt habe. Das entspräche einem Jahresgehalt von 9,4 Millionen Pfund (10,6 Millionen Euro) – das hat Hollywood-Niveau.

Der Angreifer war unter anderem mit Stadtrivalen Manchester City, Meister FC Chelsea sowie den spanischen Clubs Barcelona und Real Madrid in Verbindung gebracht worden. Das Interesse war groß, der Wirbel um den möglichen Wechsel noch größer. Die Unterschrift unter dem neuen Vertrag stellt daher eine 180-Grad-Wendung des zuletzt formschwachen Angreifers dar.

In der abgelaufenen Saison erzielte Rooney noch 34 Tore für ManUnited, diese Saison traf er aber erst einmal ins Schwarze – vom Elfmeterpunkt aus. Rooney hatte das offenbar inszenierte Drama noch angeheizt und bekräftigt, den Club verlassen zu wollen. Die Vereinsspitze habe ihm im Sommer nicht garantieren können, dass das hoch verschuldete Manchester United weiterhin die Ressourcen habe, um internationale Top-Spieler zu verpflichten.

«Ich habe am Mittwoch gesagt, dass der Trainer ein Genie ist, und sein Glaube und seine Unterstützung haben mich überzeugt», erklärte Rooney seinen plötzlichen Sinneswandel mit dem wiedererwachten Respekt für die Vaterfigur Sir Alex Ferguson. «Ich habe dem Jungen gesagt, dass die Tür immer offen steht, und ich freue mich, dass sich Wayne bereit erklärt hat, zu bleiben», fügte Ferguson hinzu. Vor wenigen Tagen noch hatte Ferguson Rooneys Wechselabsicht mit geschockter Grabesstimme öffentlich gemacht und danach ein schnelles Ende der «Saga» versprochen.

Laut Ferguson war es «eine schwierige Woche». «Ich denke, Wayne hat jetzt verstanden, was für ein großartiger Verein Manchester United ist. Ich freue mich, dass er die Herausforderung angenommen hat, sich selbst als einer der von Uniteds größten Spielern zu etablieren», so Ferguson über seinen Lieblingsschützling nach dessen offenbar überstandenem Ödipuskomplex.