Archivierter Artikel vom 14.07.2011, 11:04 Uhr

Webber bereut Attacke nicht: Fühle mich wohl

Berlin (dpa). Kein Bedauern, keine Bedenken: Mark Webber bereut seine Attacken auf Sebastian Vettel nicht und fürchtet auch nach der Missachtung des Teambefehls keine Auswirkungen auf seine Vertragsverhandlungen.

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Befehlsverweigerer
Mark Webber (l) spricht mit dem Red-Bull-Teamchef Christian Horner.
Foto: DPA

«Es war offensichtlich eine schwere Situation, aber ich fühle mich weiterhin wohl mit dem, was ich gemacht habe», schrieb der Formel-1-Pilot am Donnerstag in seiner Kolumne für den britischen Sender BBC.

«Was es für mich so schwer gemacht hat zu akzeptieren, war die Tatsache, dass es so knapp vor dem Ende des Rennens war», sagte Webber. In den letzten Runden beim Großen Preis von Großbritannien hatte er Vettel auf Teamgeheiß nicht mehr angreifen sollen. Er tat es aber doch. Und musste nun zugeben, dass das Duell am Sonntag in Silverstone aus Sicht des Teams «der schlimmste Alptraum» war.

Mit einem bösen Erwachen bei den weiteren Vertragsverhandlungen rechnet Webber – auch in der WM-Wertung vor dem Heimrennen von Vettel mit dem Großen Preis von Deutschland in knapp anderthalb Wochen der erste Verfolger – indes nicht. «Wir reden im Moment über eine Fortsetzung und es ist positiv», sagte der 34-Jährige, der seit 2007 für Red Bull fährt. Was am Sonntag passiert sei, habe seine Welt nicht auf den Kopf gestellt, sagte Webber, den das Team im Kampf gegen den Weltmeister in den eigenen Reihen ausbremsen wollte.

«Er wäre ein schlechter Rennfahrer, hätte er es nicht versucht», hatte ihn Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz für seine Attacken gegen Vettel schon in Schutz genommen. Der österreichische Milliardär hatte zudem betont: «Die Vertragsverlängerung mit Mark steht doch außer Zweifel.»

Teamchef Christian Horner hatte dagegen einen schärferen Ton zu Webbers Verhalten angeschlagen. «Mark trieb Sebastian ans äußerste Limit und brachte beide an zwei Stellen völlig sinnlos in Crash-Gefahr. Das geht nicht», hatte er erklärt. Man habe ihn sich «zur Brust genommen», sagte Horner. Webber meinte nach dem klärenden Gespräch, dass beide Seiten nun die jeweilige Perspektive verstehen würden.

«In so einer Situation treffen gegensätzliche Gefühle in Dir aufeinander», erklärte Webber. Er forderte freie Fahrt, allerdings immer zum Wohle des Teams und nicht wie vor rund einem Jahr in Istanbul, als die Rivalen auf der Strecke nach einem Überholversuch von Vettel kollidierten und der Heppenheimer ausschied.