Von SUP bis Rafting

Wassersport im Chiemgau

Im Chiemgau lohnt es sich, baden zu gehen. Die Region in Oberbayern lockt nur nicht nur mit ihrer idyllischen Bergwelt – ihre Seen und Flüsse sind für jeden Wassersportler eine Freude.

Entenlochklamm
Die Entenlochklamm ist das Highlight auf der Raftingtour auf der Tiroler Achen.
Foto: Norbert Eisele-Hein/Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Prien am Chiemsee (dpa/tmn) – Beim Stand-up-Paddling ist der Weg vom Stress zur Kontemplation kurz. Gerade bangte man noch, bloß nicht ins Wasser zu fallen – volle Konzentration. Wenig später gleitet das Brett fast wie von selbst. Der Blick wandert über den Chiemsee zum Ufer, entdeckt die Berge.

Segelboot
Segelboot auf dem Chiemsee, dahinter die Fraueninsel: Das «Bayerische Meer» bietet sich für viele Arten von Wassersoprt an.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Die Bilanz des Chiemgaus als Wassersport-Paradies kann sich sehen lassen: Mehr als 50 Seen gibt es in der Region, außerdem idyllische Flusslandschaften, Wasserfälle, Quellen und Naturbäder. Auf dem Chiemsee tummeln sich Segler, Windsurfer, Kitesurfer, Kajakfahrer, Elektro-, Ruder- und Tretbootfahrer, Schwimmer und Planscher. Und natürlich Einsteiger und Profis auf SUP-Boards.

Truchtlaching
Die Alz – hier in Truchtlaching – lädt zu Kanutouren ein.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

All sie genießen die besondere Stimmung, wenn der Tag zu Ende geht und die Sonne langsam versinkt. Vom Ufer des größten Binnensees in Bayern, auch „Bayerisches Meer“ genannt, leuchten Feuerstellen. Am knapp zwei Kilometer langen Badestrand in Übersee sitzen noch immer Gruppen zusammen, wollen nicht heim.

Salz & Moor in Grassau
Im Museum Salz & Moor in Grassau erfahren Urlauber viel über das Achental.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Rafting auf der Tiroler Achen

Auf der Alz
Die Natur im Chiemgau vom Wasser aus erleben: Kajakfahrer auf der Alz.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Wer dem Wasser folgt, kann im Chiemgau viel erleben, erlernen und entdecken. Auch die eigene Kraft – nicht nur beim Paddeln im Stehen, auch beim Rafting. Und wo? Rund 60 kleinere Zuflüsse hat der Chiemsee, aber knapp 80 Prozent seines Wassers stammen von der Tiroler Achen. Bei Schleching bricht der Gebirgsstrom durch die Chiemgauer Alpen und bietet ein echtes Rafting-Abenteuer.

Tretbootfahrt
Entspannt durch die Sonne tuckern: Tretbootfahrer auf dem Chiemsee.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Der Tourveranstalter stattet die Teilnehmer der Gruppe mit Jacken, Helmen, Schwimmwesten, Neoprenanzügen und Neoprenschuhen aus. Das Auto bleibt an der Ausstiegsstelle zurück. Mit dem Bus geht es zum Einstieg, der auf der österreichischen Seite des Flusses bei Kössen liegt. Die Bootsführerin erteilt eine kleine Einweisung. Teamarbeit ist alles. Dann heißt es anpacken. Das XXL-Schlauchboot will irgendwie übers Geröll ins Wasser getragen werden.

SUP-Paddler
Aller Anfang ist meist wackelig: SUP-Fahrer am Chiemsee.
Foto: Larissa Loges/dpa-tmn

Anfangs gleiten die Boote sanft über den Fluss. Ein Strudel hier, eine Stromschnelle da – alles harmlos. Wallfahrtskirche zur Rechten, Schmugglerweg zur Linken. Dann – spektakulär – die Entenlochklamm: steil aufragende Felswände, weiße Kiesbänke und viel Wald. Die enge Schlucht ist der Höhepunkt der zweistündigen Schlauchboot-Sause.

Picknick am Chiemsee
Wenn die Tage länger werden, zieht es die Menschen raus in die Natur – zum Beispiel zu einem Picknick am Chiemsee.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Woher die Entenlochklamm ihren Namen hat

Christian Kaufmann
Christian Kaufmann zeigt die Kanustrecke auf der Alz.
Foto: Larissa Loges/dpa-tmn

Wer trockenen Fußes mehr über das Achental erfahren möchte, ist im Museum Salz & Moor in Grassau richtig. Dort erklärt der Biologe Stefan Kattari zum Beispiel, wie die Kiesbänke mit jedem Hochwasser verlegt werden, teils um ein bis zwei Meter. „Eine Besonderheit der Tiroler Achen“, weiß der Experte und berichtet vom Flussregenpfeifer, einem Vogel, der seine Eier direkt auf den Kies legt.

Blick auf den Chiemsee
Der Chiemsee ist der größte Binnensee Bayerns – und bietet eine fantastische Kulisse für Wassersport.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Die Entenlochklamm hat übrigens nichts mit Enten zu tun, sondern mit dem Fuß, dem „Ende“ des Gebirges. Viel sei begradigt worden am Fluss, sagt Kattari. „An der Stelle aber ist er noch unreguliert, frei von menschlicher Beeinflussung.“ Und das ist ja immer besonders schön. Nur etwas erweitert wurde die Engstelle der Klamm. „Früher staute sich das Wasser nach Kössen zurück.“ Die Errichtung einer Staumauer sei stets an Grenzstreitigkeiten gescheitert. Zum Glück!

Anlegestelle in Gstadt
In Gstadt am Ufer des Chiemsees warten die Boote auf Ausflügler.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn

Kajak fahren auf der Alz

SUP im Sonnenuntergang
Stand-up-Paddling im Abendlicht: Am Chiemsee entfaltet sich die besondere Abendstimmung.
Foto: Christian Röwekamp/dpa-tmn

Christian Kaufmann nennt die Alz den „Amazonas des Chiemgaus“. Wie bitte? „Weil er eben so einen verdrehten Lauf hat.“ Leuchtet ein. aber ist wohl auch gute Werbung. Denn Kaufmann verleiht Kajaks: Einer, Zweier, Kanadier, für Singles, Paare und Familien.

Auf der Achen
Der Fluss ist nicht reißend, aber die Landschaft wildromantisch: Rafting im Schlauchboot auf der Tiroler Achen.
Foto: Sport Lukas/dpa-tmn

Die Kajaktour auf der Alz führt nicht durch tropischen Regenwald, sondern an diesem Tag von Seebruck nach Truchtlaching. Kurze Einweisung. Anfänger können beruhigt sein: Die Alz fließt gemächlich dahin, in großen Schleifen aus dem Chiemsee in den Inn.

Wenn es warm und sonnig ist, gleiten unzählige Boote, Kajaks, Kanus und Flöße über den Fluss, vorbei an grün bewachsenen Ufern, durch Flussauen und Naturschutzgebiete. Wer Glück hat, sieht einen Biber. Anders als beim Stand-Up-Paddling können sich Wassersportler im Kajak einfach treiben lassen. Informationen: Chiemgau Tourismus, Haslacher Straße 30, 83278 Traunstein (Tel.: 0861/90 95 90 15, www.chiemsee-chiemgau.info).

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Museum Salz & Moor

Tourismusregion Chiemgau-Chiemsee