Archivierter Artikel vom 06.02.2020, 09:05 Uhr

Sushi, Ninja, Roboter

Was Olympia-Reisende in Tokio erleben können

Mit Tokio, Gastgeber der Olympischen Sommerspiele, verbinden viele eine hochmoderne Millionen-City voller Wolkenkratzer und Neonlichter. Doch die Metropole hat noch ganz andere Seiten zu bieten.

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Tokio
Die Weltmetropole Tokio ist in diesem Jahr Gastgeber der Olympischen Spiele – und hat Reisenden wahnsinnig viel zu bieten.
Foto: JNTO/dpa-tmn

Tokio (dpa/tmn). Der erste Eindruck ist meist überwältigend. Mit seiner faszinierenden Koexistenz von Altem und Neuem bietet Japans Mega-Hauptstadt Tokio dem Besucher ein unvergleichliches Erlebnis – und vermeintliche Widersprüche aus traditioneller Kultur bei zugleich fast kindlicher Begeisterung für alles Moderne.

Tokio am Abend
Tokio lässt sich am Abend auchstimmungsvoll auf einer Bootstour vom Wasser aus genießen.
Foto: Kimimasa Mayama/epa/dpa-tmn

Zu den Olympischen Spielen, die am 24. Juli beginnen, ist die Welt zu Gast in Tokio. Die pulsierende Metropole aus „1000 Dörfern“ mit ihren 38 Millionen Einwohnern bietet für jeden etwas. Liebhaber japanischer Kultur erfreuen sich an Schreinen, Tempeln und einer riesigen Vielfalt an kulinarischen Höhepunkten. Hipster spüren den Trends aus Japans Welt der Jugendmode, Mangas oder Computerspiele nach.

«Robot Restaurant»
Bizarr geht es im «Robot Restaurant» zu – hier können Reisende ein Essen in Science-Fiction-Atmosphäre erleben.
Foto: Franck Robichon/epa/dpa-tmn

Ein Blick in die Zukunft in Shibuya

Gefrorener Thunfisch
Gefrorener Thunfisch auf dem berühmten Fischmarkt von Tokio – Sushi können Tokio-Reisende natürlich überall genießen.
Foto: Franck Robichon/epa/dpa-tmn

Ein Stadtteil Tokios, der wohl am ehesten dem Bild von Japan als moderner, pulsierender Hightech-Nation entspricht, ist Shibuya. Der neongrelle Stadtteil mit der geschäftigsten Fußgängerkreuzung der Welt erlebt derzeit eine Modernisierungsphase: Gewaltige hochmoderne Wolkenkratzer werden hier hochgezogen – eine Mischung aus Büroflächen, Konsumtempeln und Lifestyle-Hochburgen.

Harajuku
In Tokios Hipster-Viertel Harajuku, hier während der Mercedes-Benz Fashion Week, können Reisende den neusten Modetrends nachjagen.
Foto: Ayano Sato/epa/dpa-tmn

Shibuya fasziniert durch sein „kreatives Chaos“. Da ist Harajuku, das knallbunte Mode-Mekka für junge Japaner. Und direkt gegenüber die Stille des 100 Jahre alten Meiji-Schreins.

Kreuzung in Shibuya
Die Kreuzung in Shibuya ist weltberühmt – nirgendwo gehen am Tag mehr Menschen über eine Straße.
Foto: JNTO/dpa-tmn

Das Heiligtum wurde zum Gedenken an Kaiser Meiji (1852-1912) und dessen Beitrag zur Modernisierung Japans im Yoyogi-Park inmitten der Hauptstadt errichtet. Es ist einer der beliebtesten Schreine des Landes und bietet eine willkommene Erholung vom Lärm und Gedränge der Millionenstadt. Mehr als 100 000 Bäume wurden hier gepflanzt. Der Wald des Meiji Jingu bietet Besuchern zur Zeit der Olympischen Spiele einen Zufluchtsort vor der zu erwartenden schwülen Sommerhitze.

Areal rund um den Kaiserpalast
Wolkenkratzer erheben sich in Tokio in fast jeder Richtung – doch es gibt auch grüne Oasen, hier rund um den Kaiserpalast.
Foto: Philipp Laage/dpa-tmn

Unbekannte Schreine und ein geheimes Tal

Blick auf Tokio
Häusermeer im Abendlicht: Tokio ist eine gigantische Metropolregion.
Foto: Philipp Laage/dpa-tmn

Weniger bekannt als der Meiji-Schrein ist der Nezu-Schrein im Stadtbezirk Bunkyo nahe des Ueno-Parks. Besucher finden hier einen atemberaubend schönen Tunnel aus roten Torii-Schreintoren. Der ursprünglich 1705 gegründete Schrein ist einer der zu Unrecht weniger beachteten Juwele in Tokio. Etwas versteckt zwischen hochmodernen Gebäuden liegt auch der Hie-Schrein unweit des nationalen Parlaments.

Meguro Sky Garden
Grüne Oase auf dem Dach: der Meguro Sky Garden in Tokio.
Foto: Lars Nicolaysen/dpa-tmn

Die Sommerhitze kann in Tokio buchstäblich mörderisch sein. Um ihr zu entfliehen, bietet sich ein Ausflug ins Todoroki-Tal an, Tokios geheimes Refugium, 20 Bahnminuten vom Stadtzentrum entfernt. Es mutet im Vergleich zu all den penibel gepflegten Parks und Zen-Gärten vergleichsweise dschungelähnlich an. Vögeln zwitschern zwischen Bambusbäumen, ein Fluss rauscht, Schreine verstecken sich vor den Blicken der Besucher. Ein idealer Zufluchtsort.

Akihabara
Akihabara ist das Epizentrum der japanischen Manga-, Anime- und Gamingkultur.
Foto: Lars Nicolaysen/dpa-tmn

Urban Garden und Kanutouren

Meiji-Schrein
Entspannung unter Bäumen: Das Areal rund um den Meiji-Schrein ist eine ruhige Oase in der Großstadt Tokio.
Foto: Philipp Laage/dpa-tmn

Eine kleine städtische Oase im Betondschungel Tokio erstreckt sich übrigens auch über einer der vielbefahrenen Straßen der Hauptstadt: Der Meguro Sky Garden nahe der Bahnstation Ikejiri Ohashi beherbergt einen Gemüsegarten und Blumenbeete.

Bootstouren warten auf den Touristen in der Bucht von Tokio. Von dort lassen sich die Sehenswürdigkeiten der Mega-City von einer mal ganz anderen Sicht entdecken. Dafür bietet sich eine romantische Dinner-Fahrt in einem der traditionellen Yakatabune-Boote an.

Die Welt der Manga und Elektronik

Eine andere Industrie, mit der Japan die Welt erobert hat, ist die Welt der Manga, Anime-Streifen, Cosplay und Computerspiele. Ein wahres Mekka für Fans dieser japanischen „Soft-Power“ liegt in Akihabara, liebevoll Akiba genannt – ausländischen Touristen auch bekannt als Electric Town. Hier reihen sich ganze Kaufhäuser voll mit Elektronikprodukten aneinander: Das Angebot reicht von Computern über Handys bis zu Waschmaschinen, Klimaanlagen und modernsten Massage-Sesseln mit Vibratoren für fast alle Körperteile.

Daneben ist Akiba jedoch längst auch zu einem Paradies geworden für Otaku, fanatischer Fans japanischer Manga und Animationsstreifen. Hier findet der Fan sein wahres Eldorado in Animationsläden, die über mehrere Stockwerke hinweg vollgestopft sind. Und wer auf Roboter aller Art steht, der sollte sich einmal eine der kitschig-verrückten Neon- und Scifi-Dinnershows im berühmten Robot Restaurant im nächtlichen Amüsierviertel Kabukicho antun.

Suhsi und noch ganz viel mehr

Tokio bietet selbstverständlich eine schier überwältigende Menge an Restaurants. Wer dabei sofort an Sushi denkt, kommt selbstredend voll auf seine Kosten. Zwar ist der berühmte Fischmarkt Tsukiji mit seinen Thunfisch-Auktionen inzwischen in hochmoderne Markthallen im nahegelegenen Toyosu auf dem Olympia-Standort Odaiba umgezogen. Dennoch bietet sich Tsukiji weiter als guter Ort für Sushi an. Doch egal wo sich der Olympia-Besucher in Tokio bewegt, Restaurants mit traditioneller japanischer wie auch westlicher Küche gibt es überall.

Tokio

An- und Einreise: Lufthansa und All Nippon Airways (ANA) fliegen nonstop von Frankfurt und Düsseldorf nach Tokio. Daneben gibt es Verbindungen anderer Airlines mit einem Zwischenstopp. Deutsche Touristen können sich 180 Tage ohne Visum in Japan aufhalten.

Geld: Ein Euro entspricht etwa 120 Yen. Kreditkarten sind weit verbreitet, Bargeld kann am Automaten angehoben werden.

Informationen: Japanische Fremdenverkehrszentrale (JNTO), Kaiserstraße 11, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/203 53, www.jnto.de).