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    Köln

    Was neue Untersuchungen für Kinder bringen

    Zehnmal sollen Kinder bis zum sechsten Lebensjahr vom Kinderarzt untersucht werden. Danach wird es weniger - doch manche Krankenkassen übernehmen freiwillig weitere Check-Ups. Was steckt dahinter - und ist das sinnvoll?

    Vorsorgeuntersuchung
    Check-Up für Ältere: Die U11 ist eine freiwillige Untersuchung für Kinder im Alter zwischen 9 und 10 Jahren. (Bild: Marks/dpa/tmn)

    Zehnmal sollen die Kleinen bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres in regelmäßigen Abständen untersucht werden - so das Ideal. Im Alter von 12 bis 14 Jahren gibt es dann noch die sogenannte J1, ein Check-Up für Jugendliche. All diese Untersuchungen sind Kassenleistungen. Seit einigen Jahren bieten Kinderärzte aber weitere Vorsorgeuntersuchungen an: die U10, U11 und J2. Diese werden nicht von allen Kassen übernommen. Was steckt hinter diesen Checks?

    «Bei der U10, U11 und J2 wird neben einer körperlichen Untersuchung vor allem auch auf die emotionale, soziale und schulische Entwicklung der Kinder geachtet, aber auch auf das Medienverhalten», sagt Hermann Josef Kahl vom Ausschuss Prävention und Frühtherapie des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln. «Wir wollen damit auf das erhöhte Auftreten von Entwicklungsstörungen bei Kindern reagieren und Vorsorgelücken bis zum Erwachsenenalter füllen.»

    Zur U10 können Kinder im Alter von 7 bis 8 Jahren kommen, die U11 ist eine Untersuchung für 9- bis 10-jährige Kinder. «Die Eltern sollen dabei einen Fragebogen ausfüllen, in dem es beispielsweise darum geht, wie gut ein Kind schläft, ob es einnässt, in der Schule konzentriert, aggressiv oder ängstlich ist.»

    Bei der J2 wiederum füllen die Jugendlichen im Alter bis zu 16 Jahren selbst einen Fragebogen aus. Darin sollen sie beispielsweise beantworten, ob sie ständig Angst haben, dick zu werden, an «panischer Angst» vor etwas leiden oder rauchen und trinken. «Ergeben sich Auffälligkeiten, so kann der Kinder- und Jugendarzt gegebenenfalls an einen Experten verweisen», sagt Kahl. Dies könne ein Kinder- und Jugendpsychiater sein. Wichtig sei aber, dass solch eine einmalige Untersuchung nur einen Verdacht auf eine Störung geben kann und nicht sofort einer Diagnose entspricht.

    Dies betont auch die Kinder- und Jugendpsychiaterin Christa Schaff. «Ärzte und Eltern müssen darauf achten, dass nicht zu früh pathologisiert wird», sagt die stellvertretende Vorsitzende des Berufsverbands für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP). Aber auch sie befürwortet die neuen Untersuchungen.

    Zu den häufigen Störungen im Grundschulalter gehörten etwa das sogenannte Hyperkinetische Syndrom («Zappelphilipp-Syndrom»), Störungen des Sozialverhaltens beispielsweise in Gruppen sowie Depressionen und Ängste. Hinzu kommen oft Entwicklungsstörungen der Motorik, der Sprache oder aber beim Lesen, Rechnen und Schreiben.

    Laut der Krankenkasse Knappschaft wird jeder fünfte Fall einer kindlichen Entwicklungsstörung bei einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Die Versicherung gab dazu eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1000 Eltern mit einem Kind im Alter zwischen 5 und 14 Jahren in Auftrag. Die Knappschaft hat die Kosten für U10, U11 und J2 inzwischen in ihren Leistungskatalog aufgenommen. Auf der Internetseite des Berufsverbandes BVKJ findet sich eine Liste der Kassen, die die Kosten übernehmen.

    Doch was ist mit den anderen Kassen? Nach dem Sozialgesetzbuch (SGB V § 26) haben versicherte Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres Anspruch auf Untersuchungen, sowie nach Vollendung des 10. Lebensjahres auf eine Untersuchung zur Früherkennung von Krankheiten. Somit müssen die Kassen die U10, U11 und J2 nicht erstatten. Den Eltern, die ihr Kind nun untersuchen lassen wollen, rät Kahl, am besten zuvor mit ihrer Kasse abzuklären, ob diese die Kosten übernimmt. Oder aber nach der Untersuchung die Rechnung einzureichen. «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass doch mehr Kassen als erwartet die Kosten übernehmen.» In der Regel geht es um 50 Euro.

    Liste über die Kostenübernahme verschiedener Kassen

    Gesundheitsportal im Netz

    Webseite des BKJPP

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