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Warum mehr als drei Kinder die Ausnahme sind

Nur in 1,4 Millionen Familien leben drei oder mehr Kinder. Sieben Kinder oder noch mehr findet man lediglich in 9000 Haushalten. Der Verband kinderreicher Familien weiß, was sich ändern muss, damit es mehr werden. Geld ist dabei nicht das Wichtigste.

Familie
Der Anteil kinderreicher Familien – also mit drei und mehr Kindern – ist kontant.
Foto: Christian Charisius – dpa

Wiesbaden (dpa). In zwölf Prozent aller Familien in Deutschland leben drei oder mehr Kinder. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden aus Basis des Mikrozensus von 2016 mit. Am 15. Mai ist der Internationale Tag der Familie.

Der Anteil kinderreicher Familien ist seit Jahren konstant, wie Destatis-Mitarbeiter Matthias Keller berichtete. Auch vor 10 und vor 20 Jahren lag er bei rund 12 Prozent aller Familien.

Der Verband kinderreicher Familien Deutschland wertet das als gute Nachricht: „Es werden nicht weniger. Dieses Lebensmodell verschwindet nicht. Das ist schon mal positiv“, sagte Bundesgeschäftsführer Florian Brich der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings könne sowohl die Politik als auch die Gesellschaft einiges tun, damit in Zukunft noch mehr Familien den Mut finden, mehr Kinder zu bekommen.

Die absolute Zahl geht im Gegensatz zum prozentualen Anteil leicht zurück. 2016 gab es 1,4 Millionen Familien, in denen drei oder mehr Kinder lebten. Dazu zählen die Statistiker auch Volljährige, wenn sie unverheiratet mit ihren Eltern in einem Haushalt leben.

Sehr große Familien sind in Deutschland noch seltener. 2016 gab es nur 9000 Familien mit sieben und mehr Kindern. Das entspricht einem Anteil von unter 0,1 Prozent aller Familien mit Kindern.

Die größte Familie im Verband kinderreicher Familien hat 15 Nachkommen – die absolute Ausnahme, es dominieren Drei- und Vierkindfamilien. Der 2011 gegründete Verband zählt 25 000 Mitglieder. Damit sich Eltern für mehr als zwei Kinder entscheiden, braucht es Brich zufolge „sowohl politische Rahmenbedingungen als auch gesellschaftliche Wertschätzung“.

In der Politik seien Verbesserungen erkennbar: Kindergelderhöhung, Baukindergeld und Mütterrente seien „richtige Signale“. 100 Euro extra monatlich für das dritte Kind oder eine Anpassung des Rentensystems wünscht sich der Verband aber darüber hinaus. Brisant für große Familien ist das Thema Wohnraum. Gerade in den Ballungszentren sieht der Verband hier „einen klaren Auftrag an die Politik“.

„Ebenso wichtig wie die wirtschaftliche Sicherheit ist die psychologische Ebene“, sagte Brich, der selbst Vater von vier Kindern ist. „Eltern, die sich für ein Leben mit vielen Kinder entscheiden, brauchen das Gefühl, dass mich die Gesellschaft trägt, dass ich wertgeschätzt und nicht scheel angeguckt werde.“

Ehepaare lebten mit 14 Prozent etwa doppelt so oft mit drei und mehr Kindern zusammen wie unverheiratete Paare (acht Prozent) oder Alleinerziehende (sieben Prozent).

Destatis zu kinderreichen Familien

Verband kinderreicher Familien

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