Archivierter Artikel vom 12.11.2010, 11:22 Uhr

Warnung vor unseriösen Angeboten

Berlin (dpa/tmn). Dubiose Briefe, unerwartete Telefonanrufe und unberechtigte Forderungen: Derzeit versuchen wieder Firmen, den Deutschen Geld aus der Tasche zu ziehen. Mehrere Verbraucherzentralen haben zur Vorsicht im Umgang mit unlauteren Angeboten gemahnt.

Lesezeit: 1 Minuten

So warnten die Verbraucherzentralen Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern vor Schreiben einzelner Inkassofirmen. Diese verschickten aggressiv formulierte Schreiben, in denen sie Geld für eine angebliche telefonische Anmeldung bei Gewinnspielen fordern. Verbraucher sollten sich davon aber nicht einschüchtern lassen und die Beiträge auf keinen Fall bezahlen. Wer sicher gehen will, kann den Forderungen schriftlich widersprechen. Einen Musterbrief dafür gibt es auf der Webseite der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Auf ein dubioses Umtauschangebot an Anteilseigner von Offenen Immobilienfonds machte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf aufmerksam. Nach ihren Angaben nutzen unseriöse Firmen derzeit die Krise der Offenen Immobilienfonds aus: Sie bieten an, Anlegern die Anteile abzukaufen oder sie umzutauschen. Dabei liege der Kaufbetrag meist deutlich unter dem erzielbaren Börsenkurs. Und im Umtausch gebe es vor allem Aktien, die gar nicht an der Börse notiert sind – sie können also nicht einfach wieder verkauft werden.

Etliche Offene Immobilienfonds nehmen derzeit keine Anteile zurück. Wenn Anleger Geld in einen solchen Fond investiert haben, besteht den Verbraucherschützern zufolge nur die Möglichkeit, die Anteile zu behalten oder sie an der Börse zu verkaufen – allerdings mit einem Abschlag zum offiziell festgelegten Kurs.

Mitunter geben sich «Trittbrettfahrer» auch selbst unberechtigt als Verbraucherschützer aus – so in einem Fall, auf den die Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig hingewiesen hat. Sie betonte, dass Verbraucherzentralen keine Werbeanrufe tätigen. Anrufer, die wie im aktuellen Fall angeben, Datenmissbrauch am Telefon verhindern zu wollen, machten sich nur den Namen der Verbraucherzentralen zunutze.

Den echten Verbraucherschützern zufolge verlangen die Anrufer für den angeblichen Schutz von persönlichen Daten Anwaltskosten von 37 Euro pro Vierteljahr. Dieser Betrag soll vom Konto der Betroffenen abgebucht werden. Die Angerufenen sollten aber unbedingt skeptisch sein und am Telefon keine Kontonummern herausgeben.

Musterbrief zum Ausdrucken (pdf)