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    NürnbergWarnung vor hormonell wirksamen Stoffen in Spielwaren

    Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor hormonell wirksamen Stoffen in Kinderspielzeug gewarnt. Diese könnten gravierende gesundheitliche Folgen haben.

    «Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Wahrscheinlich hat jedes Kind mehrere Spielzeuge im Kinderzimmer, die belastet sind», sagte BUND-Chemieexpertin Sarah Häuser am Donnerstag (4. Februar) auf der Spielwarenmesse in Nürnberg. Stoffe wie Weichmacher oder bromierte Flammschutzmittel sammelten sich im Körper der Kinder an und verstärkten sich gegenseitig in ihrer schädlichen Wirkung.

    Dieser Chemikaliencocktail beeinträchtige das Hormonsystem, erläuterte BUND-Chemieexperte Heribert Wefers. «Dieses ist besonders empfindlich, wenn sich Organe entwickeln» - also etwa in der Schwangerschaft oder im Säuglingsalter. Schon kleinste Mengen könnten dazu führen, dass Jungen später eine verminderte Spermienzahl hätten oder unfruchtbar würden. Mädchen kämen verfrüht in die Pubertät. Auch Organmissbildungen, Brust- und Prostatakrebs sowie Verhaltensauffälligkeiten seien mögliche Folgen.

    «Wir wollen sowohl an die besondere Verantwortung der Hersteller appellieren, dass sie bestimmte Stoffe nicht mehr verwenden, als auch an die Politik, dass sie hier den Gesundheitsschutz an erste Stelle stellt und sich nicht von den Gewinninteressen der Wirtschaft einschüchtern lässt», sagte der bayerische Landesvorsitzende Richard Mergner. Jährlich würden weltweit acht Milliarden Euro mit Kunststoffen umgesetzt, auch die deutsche Industrie sei gut im Geschäft.

    Bis die gesetzlichen Vorschriften verschärft und besser kontrolliert würden, könnten Eltern nur auf unabhängige Qualitätssiegel wie GS, LGA, textiles Vertrauen oder Spielgut achten. Das CE-Siegel hingegen sei Verbrauchertäuschung, betonte Wefers. Die Hersteller müssten ihre Angaben nicht von unabhängigen Instituten bestätigen lassen. Hinweise auf schädliche Stoffe gebe aber auch der gesunde Menschenverstand: Was nach Plastik stinke, sondere Stoffe in die Umwelt ab. Und Spielsachen, die extrem billig sind, seien meist nicht aus hochwertigen Materialien hergestellt.

    Die BUND-Broschüre im Internet: dpaq.de/uTe3w

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