Archivierter Artikel vom 03.01.2012, 15:25 Uhr

Warmer Winter lässt erste Pollen fliegen

Essen (dpa). Der milde Winter ärgert Allergiker: Denn Pollen sind früher im Anflug als gewöhnlich. Nur Schnee und Eis könnten die Entwicklung der Blüten stoppen, sagte Meteorologe Günther Hamm.

Lesezeit: 2 Minuten
Erste Pollen fliegen
Die ersten Pollen fliegen schon. (
Foto: Angelika Warmuth) – DPA

Die Heuschnupfenzeit beginnt in diesem Jahr schon sechs Wochen früher als in kalten Wintern. «Die Pollen fliegen schon wieder. Für Allergiker ist das der Beginn einer langen Leidenskette», sagte Meteorologe Günther Hamm vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag (3. Januar) in Essen. Den Pollenflug könnte nur ein plötzlicher Kälteeinbruch stoppen, doch der sei in den nächsten Tagen nicht zu erwarten.

Der Deutsche Wetterdienst hat bereits seine bundesweit 45 Pollenmessfallen wieder aktiviert. Normalerweise sind im Winter nur zehn Messfallen in Betrieb. Allergiker werden in diesen Tagen vor allem von Haselnuss-Pollen geärgert, denn Hasel-Pflanzen zählen zu den Frühblühern. Bei kälteren Wintern würden sie ihre Blüte erst Mitte Februar entwickeln, sagte Hamm. Auch die Erle und die Birke dürften früher als sonst mit dem Pollenflug beginnen. Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAB) kann die Hauptsaison der Gräser bis Anfang Oktober dauern.

«Vergangenes Jahr gab es zu dieser Zeit noch überhaupt keinen Pollenflug. Die letzten drei Winter waren vergleichsweise sehr kalt», sagte Meteorologe Hamm. Für die nächsten Tage erwartet er mildes und schmuddeliges Wetter mit Regen bei etwa zehn Grad. Am Donnerstag wird das Sturmtief «Andrea» erwartet, das mit Graupel, Gewitter und Windböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde angekündigt wird. Einen derart heftigen Sturm wie «Kyrill», der sich 2007 im letzten milden Winter entwickelte und Wälder niedermähte, sehen die Experten aber vorerst nicht.

Pollenflugvorhersage

Infos des Allergie- und Asthmabundes

Erkältungssymptome deuten

Wer jetzt unter erkältungsartigen Symptome leidet, sollte im Zweifelsfall zum Allergologen gehen, rät die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Dieser könne gegebenenfalls ein Antihistaminikum verordnen, um die Beschwerden zu lindern. Aber auch eine Kurzzeit-Immuntherapie sei möglich. Dafür bekommt der Patient für eine Zeit von maximal vier Wochen einmal pro Woche das Allergen gespritzt, um den Körper unempfindlicher gegenüber dem Allergieauslöser zu machen.