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    Berlin

    Wanderer wollen Abwechslung statt Strapazen

    Wandern liegt im Trend, das wird kaum bezweifelt. Um welche Größenordnung es sich dabei allerdings handelt, darüber ist bisher lediglich viel spekuliert worden.

    Auch was die Wanderer erwarten, warum sie so gerne wandern, wie oft, wie lange und wie weit, dazu wurden in den vergangenen Jahren alle möglichen Daten verbreitet, die allesamt nicht sonderlich gesichert waren.

    Nun gibt es gleich zwei repräsentative Studien zum Wandertourismus, die auf der Reisemesse ITB in Berlin (10. bis 14. März) vorgestellt wurden und zumindest einige überraschende Informationen liefern.

    Schon was Wandern eigentlich genau ist, war in den vielen Diskussionen der Vergangenheit oft nicht klar. «Es gab bislang keine Definition, wo Spazierengehen aufhört und wo Wandern anfängt», sagte Prof. Heinz-Dieter Quack vom Europäischen Tourismus Institut in Trier, der Autor einer Grundlagenstudie im Auftrag des Deutschen Wanderverbands ist.

    Nun haben die Wissenschaftler für mehr Übersichtlichkeit gesorgt: Wandern ist Gehen in der Landschaft, eine Freizeitaktivität, die sowohl das mentale als auch das physische Wohlbefinden fördert, lautet die neue Festlegung. Und: Von Wandern soll erst ab Touren von einer Stunde Dauer die Rede sein, die Planung erfordern, für die spezifische Infrastruktur und passende Ausrüstung genutzt wird.

    Den statistischen Erhebungen der Wissenschaftler liegt diese neue Definition zugrunde. Danach gelten 56 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren als «aktive Wanderer» – das sind 39,8 Millionen. «Pro Jahr gehen wir von 378 Millionen Wanderungen aus, was eine Wahnsinnsgröße ist», sagte Ute Dicks, die Geschäftsführerin des Deutschen Wanderverbandes.

    Die Studie zeigt auch: Wanderer stehen nicht auf anstrengende Herausforderungen. Fast 50 Prozent bevorzugen moderate Wanderungen in eher leichtem bis hügeligem Gelände, nur 21 Prozent mögen anspruchsvolle Touren mit großen Höhenunterschieden. Entsprechend schätzen 40 Prozent die Mittelgebirge als Ziel. «Ein überraschendes Ergebnis war, dass 29 Prozent gerne im Flachland und in Küstenregionen wandern», sagte Dicks. Ins Hochgebirge zieht es nur eine Minderheit: Gerade mal 9 Prozent wandern besonders gern mit Gipfelblick.

    Wandern muss nicht immer gleich eine ganz große Nummer sein. Die durchschnittliche Wanderung ist im Gegenteil nur 9,3 Kilometer lang. Jeder aktive Wanderer kommt im Schnitt pro Jahr auf 90 Kilometer. Wandern ist in den vergangenen Jahren zwar populärer geworden, aber die Gehzeiten haben sich verkürzt – auch das spricht dafür, dass Wanderer zunehmend bequem werden. Anders als zu vermuten wäre, ist Wandern eine Ganzjahresaktivität: Zwar ragen die Monate Juli bis September heraus, aber selbst im Januar sind noch 20 Prozent der Wanderer unterwegs. Im Oktober sind es 48, im November 25 Prozent.

    Wanderer kommen aus allen Schichten der Bevölkerung – und der Anteil von Männern und Frauen ist in etwa gleich. Aber das Klischee, dass junge Hipster das Wandern gerade für sich entdeckt hätten, wurde nicht bestätigt: Die Bereitschaft zu wandern, steigt mit dem Alter rapide an. Der Anteil der aktiven Wanderer ist unter den 65- bis 74-Jährigen mit 28 Prozent am höchsten. Erst in noch höherem Alter geht er dann wieder spürbar zurück. Im Durchschnitt sind aktive Wanderer um die 47 Jahre alt.

    Zu den wichtigsten Motiven fürs Wandern zählt, Natur erleben zu wollen, etwas für die Gesundheit zu tun sowie der Wunsch nach Ruhe und Erholung, ermittelte eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Trendscope.

    Eines wollen Wanderer auf keinen Fall: lange monotone Waldstrecken. Nach Überzeugung von Rainer Brämer kommt es ihnen vor allem auf Erlebnisse an. Der Soziologe und Pionier der Forschung zu Wanderthemen in Deutschland, hat zuletzt am Traumpfade-Projekt in Rheinland-Pfalz mitgearbeitet. Bisher sind 19 Traumpfade fertig, 7 weitere sollen bis zum 6. Juni folgen, wie Rhein-Mosel-Eifel-Touristik bei der ITB mitteilte. In 2009 gab es bereits 100 000 Wanderer auf den neuen Wanderwegen.

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