Archivierter Artikel vom 13.08.2010, 19:08 Uhr

WADA will Schwimm-Verbänden Bluttests vorschreiben

Budapest (dpa). Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) will nach ARD-Angaben als Reaktion auf laxe Doping-Kontrollen die internationalen Schwimm-Verbände zu Bluttests verpflichten. Bei der WM 2009 in Rom war bekanntgeworden, dass keine Blutkontrollen während der Wettkämpfe genommen wurden.

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Auch bei der EM in Budapest soll es keine Bluttests geben. «Wir finden das sehr enttäuschend. Wir hätten gedacht, dass der Schwimmsport Blutkontrollen nun ernster nimmt. Wir werden darüber nachdenken, ob wir Blutkontrollen bei internationalen Sportveranstaltungen verpflichtend machen», schrieb WADA- Generaldirektor David Howman dem Sender.

Tests auf EPO sollen nach ARD-Informationen vom europäischen Verband LEN nur bei Rekorden genommen werden, die nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge selten geworden sind. «Es scheint mir so, dass es vielleicht wünschenswert wäre, dass diese Bluttests durchgeführt werden», sagte LEN-Präsident Nory Kruchten. «Ich werde sehen, wie wir in der Zukunft das abstellen können und dann auch die Bluttests bei unseren wichtigen Veranstaltungen durchführen können.»

Die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes, Christa Thiel, will in ihrer Funktion als LEN-Funktionärin (Schatzmeisterin) das Vorhaben unterstützen. «Ich werde mich da mit meinen Kollegen beraten, inwieweit man doch sagt, okay wir wollen das aber.»

Für Aufsehen hatte vergangene Woche eine Entscheidung des Weltverbandes FINA gesorgt, die ein Licht auf die Anti-Doping-Praxis des Verbandes wirft. Der Spanier Rafael Munoz durfte in Budapest starten, obwohl er drei Dopingtests in Serie verpasst hatte. Das Doping-Panel der FINA «erließ» dem Schmetterlings-Weltrekordler eine verpasste Kontrolle wegen einer durch dessen Arzt attestierten «psychischen Ausnahmesituation.»

Diese Entscheidung rief Kritik der Sportler hervor. «Ich finde, egal welche Hintergründe so was hat, dann ist Schluss mit lustig. Das geht gar nicht. Da muss ein Machtwort gesprochen werden und dann kann man einfach nicht hier mitschwimmen», sagte Olympiasiegerin Britta Steffen der dpa. «Der Fairness halber hätte man nach den drei verpassten Test eine Sperre aussprechen sollen», kommentierte Doppel-Weltmeister Paul Biedermann. «Man nimmt es möglicherweise zu sehr auf die leichte Schulter. Es ist für mich schon grenzwertig. Es ist eine Respektlosigkeit den anderen Athleten gegenüber», sagte ARD-Expertin Franziska van Almsick.