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    Berlin

    Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen

    Beim Ausfüllen der Einkommensteuererklärung sollten die sogenannten Vorsorgeaufwendungen nicht vergessen werden. Von Sparverträgen zur Altersvorsorge bis hin zu Versicherungen – viele Beiträge können die Steuerlast senken.

    Vorsorgeaufwendungen absetzen
    Es läppert sich: Der Fiskus erkennt einen Steuerabzug für viele Ausgaben zu Renten und Versicherungen an. (Bild: Remmers/dpa/tmn)

    Eine ganze Reihe von Posten fällt im Steuerrecht unter den Vorsorgeaufwand. Seit Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes Anfang 2005 wird zwischen Altersvorsorgeaufwendungen und sonstigen Vorsorgeaufwendungen unterschieden, erklärt Anita Käding, Referentin für Steuerrecht beim Bund der Steuerzahler in Berlin: «Für diese beiden Arten der Vorsorgeaufwendungen gibt es jeweils einen steuerlich absetzbaren Höchstbetrag.»

    Altersvorsorgeaufwendungen werden in steigendem Umfang steuerlich berücksichtigt – für 2009 sind es 68 Prozent. Wichtig ist, dass nur der Arbeitnehmeranteil steuerlich relevant ist. Ein Beispiel von Käding zeigt, wie Steuerzahler rechnen müssen: Hat ein Arbeitnehmer im vergangenen Jahr 5000 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung oder berufsständische Versorgungseinrichtungen eingezahlt, hat das sein Arbeitgeber auch getan – zusammen ergibt sich eine Summe von 10 000 Euro. Davon wären 6800 Euro steuerfrei. Nach Abzug des Arbeitgeberanteils – 5000 Euro – bleiben 1800 Euro, die der Arbeitnehmer absetzen kann.

    Zu den Altersvorsorgeaufwendungen zählen aber nicht nur Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Unter bestimmten Voraussetzungen zählt auch die private Vorsorge darunter, wie Nora Schmidt-Keßeler, Hauptgeschäftsführerin der Bundessteuerberaterkammer in Berlin, erklärt: Unter den Altersvorsorgeaufwendungen sind das zum Beispiel Beiträge zur sogenannten Rürup-Rente.

    Für eine Riester-Rente können bis zu 2100 Euro als Sonderausgaben abgezogen werden, sagt Käding. Es kommt auf die tatsächlichen Aufwendungen an. Käding weist auf eine weitere Einschränkung hin: Häufig wirkt sich das Riester-Sparen steuerlich nicht aus, denn der Fiskus prüft, ob die gewährten Zulagen oder der Steuerabzug für den Sparer günstiger sind – und oft sind es die Zulagen.

    Beiträge zu Rentenversicherungen sind absetzbar, wenn sie vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, sagt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin. Sie werden aber nur anteilig berücksichtigt. Wer nach 2005 abgeschlossen hat, muss weitere Kriterien eines umfassenden Katalogs erfüllen.

    Zu den sonstigen Vorsorgeaufwendungen zählen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Seit diesem Jahr können hier die vollen Beiträge abgesetzt werden – bei der Steuererklärung für das vergangenen Jahr gelten noch die alten Sätze. Auch Beiträge zum Beispiel zu Risikolebensversicherungen, zu Unfall- und Haftpflichtversicherungen können bis zu einem Höchstbetrag steuerlich geltend gemacht werden, erklärt Schmidt-Keßeler. Eingetragen werden die Zahlen in der anstehenden Einkommensteuererklärung erstmals in einer neuen Anlage. Bislang waren dafür Felder im Mantelbogen vorgesehen. Nun gibt es die «Anlage Vorsorgeaufwand».

    Belege in der Regel nicht nötig

    Belege über die Ausgaben zu Versicherungspolicen fordert das Finanzamt in der Regel nicht. «Wer eine neue absetzbare Police abschließt, kann vorausschauend die Belege einreichen. Aber die Finanzverwaltung verzichtet darauf in der Regel», sagt Marlies Spargen vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. «Nur die Riester-Bescheinigung, die der Anbieter jährlich zuschickt, muss im Original beigefügt werden.»

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