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Vorsicht vor Flöhen: Parasiten bei Hund und Katze

Berlin/Frankfurt/Main (dpa/tmn) – Meist passiert es unbemerkt beim Herumlaufen oder Toben im Freien und mit anderen Tieren: Im Fell des Hundes oder der Katze nisten sich winzige, aber fiese Parasiten ein: Flöhe, Zecken oder Läuse.

Wald
Winzlinge mögen Pelzträger: Hunde und Katzen sollten gegen Parasiten geschützt werden. (Bild: dpa/tmn)

Sie beißen sich nicht nur in die Haut und sorgen dadurch für lästiges Jucken: Parasiten können auch Krankheiten übertragen oder Erregern das Eindringen in den Körper der Haustiere erleichtern.

«Diese Ektoparasiten, also Plagegeister, die im Fell, auf und in der Haut von Hund und Katze leben, kommen sehr häufig vor», berichtet Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Schließlich gebe es viele der Parasiten das ganze Jahr über, weswegen Hunde- und Katzenhalter stets achtsam sein sollten. «Zum Schutz ist Prophylaxe häufig das A und O.» Hier kommen die wichtigsten Hinweise:

Flöhe: Gerade in der kälteren Jahreszeit haben Flöhe ideale Voraussetzungen, um Haustiere zu piesacken. «Das liegt daran, dass sie keine Winterpause mehr machen, weil es heutzutage in den Wohnungen kuschelig warm ist», erklärt Tierärztin Behr. Für Flöhe seien das optimale Bedingungen, um sich zu vermehren und Hunde oder Katzen immer wieder zum Blutsaugen zu befallen.

Die Winzlinge können aus mehreren Gründen zum Problem werden: «Zuerst einmal verursacht ein einzelner Flohstich einen sehr starken Juckreiz, deswegen kratzen sich Hunde und Katzen besonders häufig», sagt Uwe Rösler vom Institut für Tier- und Umwelthygiene an der Freien Universität Berlin.

Wenn sich die Vierbeiner an den betroffenen Stellen beißen oder mit der Zunge darüberlecken, können Flöhe in ihren Magen-Darm-Trakt gelangen. «Flöhe tragen häufig auch die Vorstufen von Bandwürmern in sich, die so in den Körper der Hunde oder Katzen gelangen und sich dort verbreiten können.» Da Bandwürmer schädlich für die Wirte sein können, sollten Halter ihre Haustiere regelmäßig entwurmen lassen.

Beim Stich eines Flohs kommt zudem etwas Speichel auf die Haut – auch das kann für Hunde und Katzen unschön werden. «Einige Tiere entwickeln eine Flohstich-Allergie, reagieren also auf einige Stoffe im Speichel allergisch», erklärt Tierarzt Rösler. Das könne teils zu sehr starken Reaktionen führen, in einigen Fällen könne sich sogar am ganzen Körper ein sogenanntes Floh-Ekzem bilden.

Außerdem können Flöhe Pilze übertragen, warnt Astrid Behr. «Wenn sich die Hunde und Katzen durch die Flohbisse kratzen, entstehen in der Haut häufig Verletzungen.» Genau diese Stellen bieten Pilzen die Möglichkeit, in die Haut zu gelangen und sich dort auszubreiten.

«Man muss aber keine Panik bekommen, wenn man einen Floh bemerkt», betont Behr. Stattdessen bespricht der Halter das Thema am besten mit dem Tierarzt, um eine individuelle Lösung zu finden. «Hat das Tier häufig Flöhe oder eine Floh-Speichel-Allergie, sollte dem Flohbefall mit speziellen Präparaten vorgebeugt werden – bei anderen Tieren reicht vielleicht eine Behandlung bei akutem Befall.»

Zecken: Auch sie können Krankheiten übertragen, bei Hunden ebenso wie bei Katzen. «Der Hund kann beim Spaziergang von der Auwaldzecke gebissen werden», erklärt Yorck Weber vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Diese Zecke kann Babesiose übertragen, oft auch Hundemalaria genannt, da sie ähnliche Symptome wie Malaria bei Menschen hat. Die größte Gefahr droht im Frühling und im Herbst.

«Am Anfang steht ein einziger, harmlos erscheinender Zeckenbiss, der nach der Übertragung der Erreger zu einer akuten bis tödlich verlaufenden Infektion mit hohem Fieber, Blutarmut und Gelbsucht führen kann.» Wird der Hund nicht oder zu spät behandelt, sterbe er meist innerhalb weniger Tage an Nierenversagen.

Den Hund nach dem Spaziergang nach Zecken abzusuchen, reicht laut Astrid Behr nicht aus: «Zeckenlarven werden so eher selten gefunden.» Deshalb sorgt der Halter am besten mit einem speziellen Halsband oder anderen Präparaten vor. Damit schütze er sein Tier gleichzeitig vor Erkrankungen wie der Borreliose, deren Überträger ebenfalls Zecken sind. «Borrelien können vor allem Gelenkentzündungen auslösen.»

Milben: Sie werden oft von Tier zu Tier durch Kontakt übertragen. «Sie sind keine eigentlichen Blutsauger, sondern leben vielmehr von den abgestorbenen oberen Hautschichten, von Hautschuppen und Talg», erklärt Rösler. Dafür graben sich die Tierchen teils regelrecht in die Haut ihrer Wirte ein. Sind Hunde oder Katzen von Milben befallen, juckt ihre Haut stark, und sie kratzen sich. «Außerdem könnten sie starke Schuppenbildung, starken Haarausfall oder Schorf bekommen.» Milben müssen mit speziellen Präparaten behandelt werden.

Läuse und Haarlinge: Deutlich weniger problematisch als andere Ektoparasiten sind Läuse und Haarlinge, weiß Expertin Behr. «Diese Parasiten kommen eher selten vor und übertragen in der Regel auch keine Krankheiten.» Doch auch bei ihnen gilt: Sie setzen sich ins Fell und saugen Blut beziehungsweise ernähren sich von Hautschuppen. Das löst Juckreiz aus, der die Tiere sich kratzen und die Haut leicht verletzen lässt – was Eingangstore für weitere Krankheitserreger schafft. Spezielle Haarwaschmittel und andere Präparate können helfen, Läuse und Haarlinge aus dem Fell und von der Haut zu waschen.

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