Archivierter Artikel vom 22.12.2013, 12:30 Uhr
Val d'Isère

Vonn schwerer verletzt als gedacht – «Tiger» tröstet

Tiger Woods trocknete die Tränen seiner humpelnden Freundin Lindsey Vonn. «Ich bin sehr glücklich, dass er hier ist und mich unterstützen kann», sagte der Ski-Superstar aus den USA nach dem bitteren Aus in der Abfahrt von Val d'Isère.

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Trost
Lindsey Vonn wurde von ihrem Freund Tiger Woods unterstützt.
Foto: Jean-Christophe Bott – DPA

Später packte sie bei Twitter ihre ganze Verletzungsproblematik in einen einzigen Satz: «Skifahren ohne Kreuzband ist hart!» Doch Vonn geht volles Risiko und will trotz eines «total kaputten» Kreuzbandes bei Olympia starten. 52 Tage vor der Sotschi-Abfahrt beendete die Amerikanerin am Samstag immerhin das Rätselraten um ihren Gesundheitszustand. Ihre Blessur sei nicht wie angenommen ein Teilanriss, sondern sogar ein noch schwerwiegenderer «ganzer Riss», berichtete die 29-Jährige in einem ZDF-Interview.

Auch in Frankreich machte der Abfahrts-Olympiasiegerin das rechte Knie wieder zu schaffen und zwang sie zur Aufgabe. «Ich habe Druck gespürt, mein Knie war nicht mehr da», analysierte sie. Immerhin war ihr im Ziel der Trost von Freund Tiger Woods sicher. Mit Mütze, dunkler Sonnenbrille und einer dunkelgrau-karierten Jacke hatte die Golf-Ikone ihr Aus bei seinem ersten Weltcup-Besuch im Zielraum verfolgt. Seine humpelnde Freundin nahm er anschließend in Empfang und tröstete nach dem eigentlich vielversprechend begonnenen Lauf. Bei den Zwischenzeiten war sie aussichtsreich unterwegs gewesen.

Die Begleitung ihres 37 Jahre alten Lebensgefährten hilft Vonn in der schweren Zeit. «Ich fühle mich gut, das Knie ist das einzig schlechte, was gerade in meinem Leben passiert», sagte sie. Seit dem Frühjahr bilden die beiden das Traumpaar der amerikanischen Sportszene. Die erfolgreichste Skifahrerin der US-Geschichte und der Profi-Golfer hatten den französischen Skiort im savoyardischen Hochtal am Wochenende aufgemischt. «Der Tiger ist da», schrieb «Le Figaro». Im Zielbereich selbst verhielt sich Woods äußerst unauffällig. Inmitten der Betreuer und Zuschauer sah er das Vonn-Aus am Großbildschirm mit an.

«Tiger ist glücklich hier zu sein und besorgt um mein Knie», berichtete Vonn anschließend. Nach ihrem Kreuzbandriss im vergangenen Jahr hatte sie sich in der Vorbereitung im November erneut am eben wieder verheilten Knie verletzt – trotz allem biss sie zuletzt die Zähne zusammen. Die eigentlich notwendige Operation will sie hinauszögern, um ihr Ziel Sotschi nicht zu gefährden. «Es ist ein hohes Risiko, aber ich nehme es auf mich.»

Zu Weihnachten will Vonn in die USA zurückkehren, dort werde sie auch entscheiden, wann sie wieder nach Europa zurückkomme, kündigte sie an. «Ich habe gutes Selbstvertrauen für die weiteren Rennen – auch wenn ich nicht weiß, welche Rennen», gestand Vonn. Ihre ganze Vorbereitung ziele nur auf die Olympischen Spiele. Um den Gewinn des Gesamtweltcups wird sie in dieser Saison nicht mitmischen können, angedacht sind wegen des kaputten Knies nur noch wenige Starts bis Sotschi. «Ich weiß, ich muss das (Knie) operieren lassen, aber mein Traum liegt in Sotschi und ich kann nicht aufhören», sagte sie verbissen. Auf Facebook folgte der Appell an ihre Fans: «Drückt mir die Daumen.»