Archivierter Artikel vom 24.05.2021, 14:08 Uhr

Blase an der Adria

Volleyball-Nationenliga probt den Neuanfang

In Rimini tasten sich die deutschen Volleyballerinnen und Volleyballer an die Normalität heran. In der Nationenliga gelten allerdings in Corona-Zeiten noch immer besondere Bedingungen.

Felix Koslowski
Felix Koslowski ist der Trainer der deutschen Volleyballerinnen.
Foto: Guido Kirchner/dpa

Rimini (dpa). Aaah, die Adria. Der Badeort Rimini verspricht mit seinen Stränden eigentlich pulsierendes Leben. Für die deutschen Volleyballerinnen und Volleyballer steht die italienische Küstenstadt aber für einen Neubeginn in Zeiten der Corona-Pandemie und nur eine Annäherung an die Normalität.

Der Vorrundenauftakt der Nationenliga am Dienstag (13.00 Uhr) gegen Russland ist für die Frauen von Bundestrainer Felix Koslowski das erste Pflichtspiel seit Januar 2020. Die Männer um Nationalcoach Andrea Giani haben vor ihrem Start am Freitag (12.00 Uhr) gegen Australien letztmals im Juli 2020 ein Länderspiel bestritten.

„Es ist eine verdammt lange Zeit. Ich glaube, dass auch deswegen die Vorfreude sehr groß ist und die Spielerinnen sich freuen, wenn sie das Nationalmannschaftstrikot wieder anziehen dürfen. Wir haben letzten Sommer gemerkt, wie es ist, wenn dieses Gefühl plötzlich nicht mehr da ist und plötzlich gar kein Wettkampf mehr stattfindet“, erläuterte Koslowski.

Die besten 16 Teams der Welt spielen insgesamt sechs Wochen lang den Titel in der Nationenliga aus. Dabei geht es erstmals um wichtige Punkte für die Weltrangliste. Die Frauen und Männer erwarten mindestens 15 Spiele in fünf Wochen – und das unter besonderen Bedingungen.

Denn die Mannschaften befinden sich in Rimini in einer eigenen Blase, gependelt wird zwischen einem geschlossenen Hotel-Komplex und der Halle. „Das ist schon eine besondere Situation und Herausforderung. Normal bewegen wir uns eine Woche oder etwas mehr in einer Bubble, aber über diese lange Zeit ist es eine Situation, die wir bisher noch nicht kennen“, sagte Koslowski.

Sowohl der Frauen- als auch der Männer-Bundestrainer muss auf wichtige Akteure verzichten. Koslowski muss ohne seine Star-Diagonalangreiferin Louisa Lippmann auskommen, die bei ihren Vereinen in China und Russland heftig beansprucht wurde.

„Gemeinsam mit unserer medizinischen Abteilung haben wir daher entschieden, dass das Risiko einer Verletzung in diesem Moment zu hoch ist und wir ihr für den weiteren Saisonverlauf eine dringend benötigte Regenerationsphase ermöglichen müssen“, sagte Koslowski.

Giani muss ohne seinen zurückgetretenen Ausnahmespieler Georg Grozer den Neuaufbau planen und vorerst auch auf Kapitän Lukas Kampa verzichten. Der Zuspieler ist nach einer Knieverletzung noch angeschlagen und soll am 8. Juni anreisen. Mittelblocker Anton Brehme wird sogar komplett geschont und daher gar nicht an der Nationenliga teilnehmen. Zur EM soll er dann wieder zur Verfügung stehen.

„Wir wollen in diesem Sommer so viele Spiele wie möglich gewinnen, um wichtige Punkte in der Weltrangliste zu sammeln“, formulierte Giani das Ziel. Viel lieber als den Fokus auf die Zähler zu legen, hätte der Italiener das Turnier zum Einspielen auf Olympia genutzt. Doch wie auch Koslowskis Mannschaft scheiterte sein Team im Kampf um ein Ticket für Tokio.

© dpa-infocom, dpa:210524-99-723262/2

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