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    Viadrina: Erste Ayurveda-Professur

    Frankfurt (Oder) (dpa) – Die indische Heilkunst Ayurveda hat den Westen erobert. Was hinter dieser uralten Methode steckt und wie sie chronisch Kranken helfen kann, soll bald am ersten Ayurveda-Lehrstuhl in Frankfurt (Oder) erforscht werden.

    Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) ist für ihre Ausrichtung nach Osteuropa bekannt. Doch schon bald wird die Hochschule an der polnischen Grenze ein neuer östlicher Hauch umwehen: Sie bekommt als bundesweit erste eine von der indischen Regierung finanzierte Gastprofessur für die mehrere Jahrtausend alte Heilkunst Ayurveda. «Ich glaube, das ist sogar in ganz Europa eine einmalige Sache», sagte Viadrina-Präsident Gunter Pleuger am Donnerstag (21. Oktober). Den Initiatoren schwebt vor, die führende Hochschule auf diesem Gebiet «im deutschen Kontext und eventuell darüber hinaus» zu werden.

    Massagen, Tees, Öle, Meditation, Bewegung gehören zu Ayurveda. In der westlichen Welt wird Ayurveda oftmals mit Wellness in Verbindung gebracht – es gibt Hotels mit entsprechenden Angeboten, die den exotisch klingenden Namen im Titel führen und die Sehnsucht vieler Menschen nach Entspannung und Ruhe zumindest zeitweise stillen wollen. Tatsächlich ist die indische Methode sehr alt, es geht um Heilkunde und eine gute Lebensführung.

    Zum Unwohlsein vieler Menschen trage ein ungesunder Lebensstil und eine «suboptimale Nahrung» bei, erläuterte Rambabu R. Dwivedi, der als Professor an der für seine Ayurveda-Studien bekannten indischen Gujarat Ayurved University lehrt und am Donnerstag mit einer großen Delegation seiner Landsleute nach Frankfurt (Oder) gekommen war, um die Einrichtung der Gastprofessur offiziell zu begehen und das Projekt vorzustellen. Ayurveda könne helfen, die Lebensführung zu verbessern und Erfolge etwa bei chronischen Krankheiten wie Diabetes sowie psychischen Störungen zu erzielen. «Es ist aber keine Konkurrenz zur Medizin, sondern eine Ergänzung», betonte Dwivedi.

    Die neue Gastprofessur soll am Institut für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften angesiedelt sein. Dessen Leiter Harald Walach erklärte, dass künftig an der Viadrina auf der einen Seite die Methode Ayurveda und ihr Beitrag als Ergänzung zur Schulmedizin wissenschaftlich erforscht werden sollen. Auf der anderen Seite würden den Studenten aber auch Grundlagen der traditionellen Heilkunde vermittelt.

    Wenn alles klappt, könnte die Gastprofessur bereits im Frühjahr 2011 eingerichtet werden. Im Zusammenhang mit dem postgradualen Master-Studiengang «Komplementärmedizin, Kulturwissenschaften, Heilkunde» sollen Lehrmodule zur Einführung in Ayurveda entwickelt werden. Drei Professoren aus Indien seien bislang in der engeren Auswahl für die Besetzung der Stelle, sagte Ashutosh Agrawal von der indischen Botschaft in Berlin. Der Posten sei zunächst auf fünf Jahre angelegt, die indische Regierung wolle für zwei Jahre je 200 000 Euro dafür ausgeben.

    Das Brandenburger Wissenschaftsministerium in Potsdam teilte auf Anfrage mit, dass keine Mittel des Landes oder der Viadrina in Anspruch genommen werden sollten. An anderen Hochschulen seien keine vergleichbaren Angebote bekannt, sagte eine Sprecherin.

    Hartmut Schröder, der am Aufbau des Instituts für Transkulturelle Gesundheitswissenschaften beteiligt war, sagte, dass laut einer Studie zwei Drittel der Menschen die sogenannte Komplementärmedizin als Ergänzung zur «normalen» Medizin nachfragten. Bei Frauen seien es sogar 80 Prozent. Unter den Anbietern gebe es schwarze Schafe, auch bei Ayurveda, hieß es am Donnerstag. Es sei denkbar, künftig an der Viadrina Standards zu entwickeln, die die Qualität von Produkten und Dienstleistungen rund um Ayurveda festlegen.

    Heilkunst Ayurveda

    Ayurveda ist eine mehrere tausend Jahre alte indische Heilkunst. Ursprünglich war sie nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ayurveda Ausdruck eines ganzheitlichen Wissens vom Menschen und der Natur. Nachdem die Methode eine Zeit lang an Bedeutung eingebüßt hatte, kam ein neuer Impuls von Maharishi Mahesh Yogi, Vertreter der Yoga-Tradition, der Anfang der 1980er Jahre Experten aus Ost und West um sich scharrte.

    1984 entstand in den USA das erste ayurvedische Gesundheitszentrum in einem westlichen Land. In den westlichen Gegenden der Welt wird Ayurveda heute oftmals in Zusammenhang mit Wellness-Anwendungen gebracht. Es werden spezielle Produkte vertrieben, die von Nahrungsmitteln über Tee, Gewürze bis hin zu speziellen Ölen reichen. Zu den Empfehlungen des Ayurveda gehören zum Beispiel eine gute Ernährung, Meditation, Bewegung, Entspannung und Massagen.

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